Illustration: Scheine in einem Geldbeutel (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Soli wird weitgehend abgeschafft

mit Informationen der dpa   14.11.2019 | 12:19 Uhr

Die meisten Bürger in Deutschland müssen ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen. Die Abgabe wird für rund 90 Prozent der Zahler abgeschafft, wie am Donnerstag der Bundestag beschloss. Ab welchem Einkommen der Soli noch fällig wird, hängt von den Lebensumständen ab.

Es ist die größte Steuerentlastung der vergangenen Jahre in Deutschland. Nur noch Spitzenverdiener - die reichsten 3,5 Prozent der Bevölkerung - sollen ab 2021 den Solidaritätszuschlag weiter voll zahlen, weitere 6,5 Prozent nur noch teilweise. Für alle anderen fällt er weg.

Welche Einkommensgrenzen gelten?

Bundestag schafft Soli fast vollständig ab
Audio [SR 2, Uli Hauck, 14.11.2019, Länge: 03:30 Min.]
Bundestag schafft Soli fast vollständig ab

Ab welchem Einkommen künftig noch Soli fällig wird, kann man nur ungefähr sagen, da es bei der Einkommensteuer unterschiedliche Freibeträge etwa für Kinder oder verheiratete Paare gibt. Laut Finanzministerium werden Singles bis zu einem Jahresbruttolohn von rund 73.000 Euro voll entlastet, eine Familie mit zwei Kindern in etwa bis zu einem Jahresbruttolohn von 151.000 Euro.

Nach Berechnungen des Münchner ifo-Instituts kann eine Familie so je nach Einkommen und Lebenssituation mehr als 1500 Euro im Jahr sparen. Wer sehr wenig verdient, profitiert allerdings kaum - weil er nach Angaben des Finanzministeriums schon heute keinen oder nur wenig Soli zahlt.

Der Solidaritätszuschlag war nach der Wende als Sondersteuer vor allem für den Aufbau Ostdeutschlands eingeführt worden. Er beträgt 5,5 Prozent der Körperschaft- und Einkommensteuer.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.11.2019.

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