Krankenhäuser im Saarland: St. Nikolaus Hospital in Wallerfangen (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

SKG-Chef: Regierung spart Krankenhäuser kaputt

Axel Wagner   19.10.2018 | 21:53 Uhr

Der neue Vorstandschef der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Manfred Klein, hat der Landesregierung ein „Kaputtsparen“ der Krankenhäuser im Land vorgeworfen. Der Dachverband der Krankenhausträger im Saarland schätzt den Sanierungs- und Investitionsstau derzeit auf mindestens 900 Millionen Euro.

Bis zum Jahr 2025 werde dieser Betrag „weit über einer Milliarde Euro liegen“, so Klein während einer SKG-Mitgliederversammlung am Freitag. „Mit dem von der Landesregierung eingebrachten Doppelhaushalt für die Jahre 2019/2020 werden die Krankenhäuser im Land kaputtgespart.“ Die Landesregierung geht nach den Worten des SKG-Vorstandschefs derzeit von 450 Millionen aus, die für Sanierungen ausgegeben werden müssen.

Krankenhäuser können nicht zeitnah investieren

Manfred Klein ist neuer Vorsitzender der SKG. (Foto: SR)
Manfred Klein ist neuer Vorsitzender der SKG.

Klein und seine Stellvertreterin Susann Breßlein luden die Landtagsabgeordneten ein, sich in den Krankenhäusern selbst ein Bild zu machen. „Wenn die Landesregierung auch weiterhin ihren Verpflichtungen nicht ausreichend nachkommt, riskiert sie den ‚überraschenden‘ Marktaustritt von mehreren Krankenhäusern“, so Klein. Schon seit vielen Jahren seien die Krankenhäuser nicht in der Lage, notwendige Investitionen zeitnah umzusetzen. SKG-Geschäftsführer Thomas Jakobs verwies auf SR-Anfrage allgemein auf Probleme mit der Bausubstanz und der Statik sowie der Energieversorgung einzelner Gebäude. Hinzu kommen noch Herausforderungen bei der Patientenversorgung, die zunehmende Digitalisierung und die dafür notwendigen Sicherheitsstandards.

Beteiligung von Kassen keine Lösung

Video [aktueller bericht, 19.10.2018, Länge: 3:17 Min.]
Mitgliederversammlung der Krankenhausgesellschaft

In der von den Krankenkassen vorgeschlagenen Übernahme der Investitionskosten durch die Kassen sehen die Krankenhäuser nach den Worten Kleins auch keine Lösung, da diese im Gegenzug ein Mitspracherecht bei der Krankenhausplanung fordern. „Der Sicherstellungsauftrag für die Krankenhausversorgung muss bei den Ländern bleiben, da ansonsten die Unterversorgung mit Krankenhäusern droht“, so der SKG-Vorsitzende.

Manfred Klein, Direktor des St. Nikolaus Hospitals in Wallerfangen, folgt als SKG-Vorsitzender auf den Chef der Saarland Heilstätten GmbH, Alfons Vogel. Seine Stellvertreterin ist die Geschäftsfüherin des Klinikums Saarbrücken, Susanne Breßlein.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.10.2018 berichtet.

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