Flüchtlingslager auf Lesbos (Foto: dpa)

Bündnis Seebrücke fordert zum Handeln auf

Jonathan Janoschka   25.03.2020 | 15:29 Uhr

Das Bündnis Seebrücke Saar fordert von der Landesregierung und der Landeshauptstadt, Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen. In einem offenen Brief warnt das Bündnis davor, dass sich die dortige Lage dramatisch zuspitze.

Bereits jetzt herrschten für die 42.000 Lagerbewohner desaströse Bedingungen. Nun drohe auch noch ein Ausbruch des Coronavirus. Sie alleine zu lassen, wenn Solidarität gefordert ist, sei ein "unverzeihliches Verbrechen", so das Bündnis. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und lokaler Wirtschaft unterstützen diese Forderung.

Zustimmung von Seehofer nicht nötig

Die Landesregierung soll daher bei der Bundesregierung für die Aufnahme der Menschen werben und ihre Spielräume nutzen. Zur Not könnte das Saarland auch ohne Zustimmung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) Menschen, gestützt durch zwei Rechtsgutachten, aus humanitären Gründen aufnehmen.

Die Saarbrücker Stadtverwaltung solle sich ebenfalls beim Bundesinnenminister für eine Aufnahme stark machen und eine sichere Unterbringung der Menschen vorbereiten. Saarbrücken habe sich im vergangenen Jahr immerhin dem Bündnis "Städte Sicherer Häfen" angeschlossen, dass sich für die Aufnahme Geflüchteter stark macht. Im Stadtrat hatten damals auch Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) und Bürgermeisterin Barbara Meyer-Gluche (Grüne) für diesen Schritt gestimmt.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 25.03.2020 berichtet.

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