Das Schwarzbuch (Foto: picture alliance / Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

LSVS Thema im neuen Schwarzbuch

Thomas Gerber   06.11.2018 | 11:00 Uhr

109 Fälle von Steuergeldverschwendung durch Bund, Land und Kommunen listet der Bund der Steuerzahler in seinem heute vorgestellten Schwarzbuch auf. Darunter ist auch ein Fall aus dem Saarland: der Skandal um den Landessportverband.

Gut zwei Seiten widmet die gemeinnützige Interessenvertretung der Steuerzahler dem Millionengrab LSVS und kommt zu dem Ergebnis, dass fehlende Kontrolle, unfähige Gremien und politische Einflussnahme zu der extremen Schieflage geführt hätten. Das Präsidium habe über Jahre Warnzeichen ignoriert und trotz ausgewiesenem Defizit die Bilanzen abgenickt. Auch die Rechtsaufsicht im Innenministerium habe versagt.

Christoph Walter (Bund der Steuerzahler): "Die Kontrollinstanzen haben beim LSVS überhaupt nicht funktioniert"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 06.11.2018, Länge: 03:18 Min.]
Christoph Walter (Bund der Steuerzahler): "Die Kontrollinstanzen haben beim LSVS überhaupt nicht funktioniert"

Neben der mangelnden Kontrolle werden im Schwarzbuch Misswirtschaft und Selbstbedienung angeprangert. So erfährt eine breite Öffentlichkeit, dass Innenminister Klaus Bouillon äußerst günstig seinen 70. Geburtstag in der Sportschule feiern konnte und dass Ex-Präsident Klaus Meiser seiner Lebensgefährtin einen Nebenjob beim LSVS verschafft hatte. All das habe zu dem Fünf-Millionen-Finanzloch geführt. Der Steuerzahlerbund hat nachgerechnet: Zehn Kunstrasenplätze hätten mit dem Geld finanziert werden können.

Dossier
Die Finanzaffäre beim LSVS
Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember vergangenen Jahres dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wir zeichnen die bisherige Entwicklung nach.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 06.11.2018 berichtet.

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