Das "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler (Foto: Ralf Hirschberger/zb/dpa)

Baldauf-Kündigung ein Fall für das Schwarzbuch

Thomas Gerber   27.10.2020 | 13:12 Uhr

Der Bund der Steuerzahler hat sein neues Schwarzbuch zur Verschwendung von Steuergeldern vorgestellt. Dabei geht es auch um einen Fall, der im Saarland spielt: Um die Kündigung des ehemaligen Geschäftsführers der Völklinger Hütte, Manfred Baldauf. Wegen eines Formfehlers musste Baldauf eineinhalb Jahre weiterbezahlt werden. Der Schaden für den Steuerzahler betrug rund 150.000 Euro.

Fall Baldauf im Steuerzahler Schwarzbuch 2020
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 27.10.2020, Länge: 01:08 Min.]
Fall Baldauf im Steuerzahler Schwarzbuch 2020

Im Jahr 2010 – nachdem für Manfred Baldauf weder im Saarländischen Landtag noch in der Jamaika-Regierung ein Platz gefunden worden war – tauchte der FDP-Politiker zunächst plötzlich als Geschäftsführer beim Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf. Der Landesrechnungshof hatte dies später heftig kritisiert, unter der Großen Koalition im Saarland wurde Baldauf dann Mitte 2015 gekündigt. Und dabei kam es dann zu dem teuren Lapsus.

Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) ließ das Kündigungsschreiben von ihrem Fahrer nach Völklingen bringen. Baldauf weilte nicht im Büro, das Schreiben, das seine Sekretärin angenommen haben soll, kam angeblich nie bei ihm an. Zwar war Baldauf nie mehr an seinem Arbeitsplatz erschienen, trotzdem setzte er vor Gericht durch, dass ihm noch 18 Monate Gehalt bis zu seinem 65. Lebensjahr zustehen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 27.10.2020 berichtet.

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