Mitarbeiterin in einem Callcenter. (Foto: dpa)

Sonntagsarbeit auf dem Prüfstand

  23.08.2019 | 12:53 Uhr

Ausufernde Arbeit an Sonn- und Feiertagen - dem wollen die Fraktionen aus CDU und SPD einen Riegel vorschieben. Sie fordern die Landesregierung auf, aktuelle Regelungen auf den Prüfstand zu stellen. Damit reagieren sie auf den ersten verkaufsoffenen Feiertag an Mariä Himmelfahrt in Homburg.

Grundsätzlich dürften Arbeitnehmer nach dem Arbeitszeitgesetz an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen nicht beschäftigt werden. Ausnahmen von dieser Regelung gibt es beispielsweise für Arbeitnehmer in Krankenhäusern, in Gaststätten, im Bewachungsgewerbe oder auch in Call-Centern. Aber sind diese Ausnahmen noch zeitgemäß? Müssen Aufträge wirklich am Wochenende telefonisch entgegegen genommen werden und müssen Kunden zu dieser Zeit beraten werden?

Darüber wird am Mittwoch im Landtag beraten, gegebenenfalls soll die Landesregierung dann handeln. "Die fachlich zustände Behörde wird einen entsprechenden Auftrag zur Evaluierung bekommen, woraus sich letztendlich eine Identifizierung von Branchen ergeben wird“, so Petra Berg von der SPD-Landtagsfraktion. Erst danach könne eine abschließende Beurteilung erfolgen, in welchen Branchen Regeln verschärft werden sollen.

Viel Kritik nach verkaufsoffenem Feiertag

Anlass für den Vorstoß der CDU- und SPD-Landtagsfraktionen war der verkaufsoffene Feiertag an Mariä Himmelfahrt in Homburg. "Dies ist in großen Teilen in der Bevölkerung auf kritische Stimmen gestoßen“, so Berg. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger liege der Kern eines Feiertages nicht im Konsum, sondern darin, sich zu besinnen und eine ruhige Zeit mit der Familie zu verbringen. „Deshalb haben wir uns als Landtagsfraktion dazu entschieden, die gesetzliche Grundlage zu ändern und solche Fälle der Sinnentleerung von Feiertagen zu unterbinden.“

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