Eine Lehrerin erteilt in der Schule Mathematik-Unterricht. (Foto: SR)

Sozialarbeit an jeder Schule ab August

  17.06.2020 | 20:57 Uhr

Alle saarländischen Schüler sollen in Zukunft Zugang zu Angeboten der Schulsozialarbeit erhalten. Dafür stellen das Land, die Landkreise und der Regionalverband rund zehn Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) und Patrik Lauer (SPD), Vorsitzender des saarländischen Landkreistages, haben am Mittwoch die Planungen für den flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit vorgestellt.

Sozialarbeit an jeder Schule ab August
Audio [SR 3, Janek Böffel, 18.06.2020, Länge: 03:43 Min.]
Sozialarbeit an jeder Schule ab August

Das saarländische Bildungsministerium hatte im Februar innerhalb der Landesregierung die Zuständigkeit für die Schulsozialarbeit übernommen und gemeinsam mit den Landkreisen sowie dem Regionalverband als Träger der Jugendhilfe ein Konzept für die Neuaufstellung der Schulsozialarbeit erarbeitet.

Stichtag 1. August

Ziel sei die "flächendeckende und gleichzeitig bedarfsorientierte" Versorgung aller Schüler mit Angeboten der Schulsozialarbeit. Erstmals soll es an allen saarländischen Schulen Schulsozialarbeiter geben. An 64 Schulen im Land gab es bisher kein Angebot für die Schüler. Die Verteilung der Mittel erfolgt anhand eines Mechanismus, der unterschiedliche Bedarfe aufgrund der Schulform, der Schülerzahl an den jeweiligen Standorten sowie soziale Faktoren berücksichtigt. Das Konzept soll ab dem 1. August umgesetzt werden.

Mehr Schulsozialarbeiter

Landesregierung stockt Mittel für Schulsozialarbeit auf
Audio [SR 3, Janek Böffel, 17.06.2020, Länge: 01:03 Min.]
Landesregierung stockt Mittel für Schulsozialarbeit auf

Bisher förderte das Sozialministerium über das Landesprogramm "Schoolworker" die Schulsozialarbeit mit jährlich 1,9 Millionen Euro. Das Bildungsministerium erhöht die für die Schulsozialarbeit zur Verfügung stehenden Landesmittel nun auf rund fünf Millionen Euro. Die Landkreise und der Regionalverband tragen ebenfalls rund fünf Millionen Euro. Insgesamt stehen somit rund zehn Millionen Euro jährlich für die Schulsozialarbeit zur Verfügung. Das entspricht rund 124 Schulsozialarbeiter-Stellen. Bisher sind rund 98 Vollzeitstellen finanziert worden. Der größte Teil des Geldes, nämlich zwei Millionen Euro gehen an den Regionalverband Saarbrücken, gefolgt von Saarlouis. Wie genau die Sozialarbeiter eingesetzt und wo Schwerpunkte gelegt werden, das soll mit den Landkreisen abgestimmt werden.

Investition in die Zukunft

"Die Schulsozialarbeit ist neben den Lehrkräften die zweite tragende Säule der multiprofessionellen Teams an unseren Schulen. Sie leistet einen enorm wichtigen Beitrag dafür, dass Kinder und Jugendliche an unseren Schulen genau die Förderung und Unterstützung erhalten, die sie brauchen", sagt Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Das Geld sei gut angelegt, denn mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit investieren Land, Landkreise und Regionalverband in Bildungschancen und Zukunftsperspektiven.

"Durch die gemeinsame paritätische Finanzierung und Steuerung werden die Schulen als Lebensumfeld junger Menschen und in ihrem ganzheitlichen Ansatz gestärkt. Ab jetzt wird Lernen besser gelingen", so der Vorsitzende des saarländischen Landkreistages, Patrik Lauer (SPD). Allerdings warnte er auch davor, dass die Aufgaben in den kommenden Jahren anwachsen dürften und damit auch die Kosten. Für dieses Jahr finanziert das Bildungsministerium die Mehrausgaben aus dem laufenden Haushalt, in den kommenden Jahren soll das Geld dann fest im Haushalt verplant werden.  

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 17.06.2020 berichtet.

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