Das Deutsch-Französische Gymnasium Saarbrücken (Foto: Martin Breher/SR)

Weitere Schulschließungen wegen Corona

  12.03.2020 | 19:20 Uhr

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben im Saarland zahlreiche Schulen geschlossen, darunter auch Berufsschulen. Auch Kindergärten sind von den Schließungen betroffen.

Das Deutsch-Französische Gymnasium (DFG) und die École française in Saarbrücken bleiben wegen des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossen. Einen entsprechenden Beschluss des Bildungsministeriums bestätigte das DFG dem SR. Täglich pendelten mehr als 500 Schüler aus der Région Grand Est ein, heißt es vonseiten des Ministeriums. Das DFG und die École française wollen nach eigenem Bekunden „alles daran setzen, für die Dauer der Schulschließung Unterrichtsstoff auf Distanz zu vermitteln und den Schüler*innen auf elektronischem Weg Arbeitsaufträge zu übermitteln“. Kommende Woche soll es dazu weitere Details geben.

Video [aktueller bericht, 12.03.2020, Länge: 2:28 Min.]
Weitere Schulen wegen Corona geschlossen

Schulbetrieb am TGBBZ bis 24. März eingestellt

Zuvor war am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum (TGBBZ) ein Corona-Fall bestätigt worden. An beiden Standorten am Mügelsberg (TGBBZ 1) und in Malstatt (TGBBZ 2) fand am Donnerstag kein Unterricht statt. Die betroffenen Lehrkräfte, Schüler und Schulbeschäftigten wurden unter häusliche Quarantäne gestellt.

Die Außenstelle der Schule in Malstatt bleibt bis einschließlich Dienstag, 24. März, geschlossen. Das hat das Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem saarländischen Bildungsministerium festgelegt.

Auch der Betrieb der Hauptstelle TGBBZ 2 auf dem Müggelsberg sowie des benachbarten TGBBZ 1 wird ebenfalls bis zum 24. März eingestellt.

Die anstehenden Zwischenprüfungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) an den beiden TGBBZ sind nach Auskunft der beiden Schulen auf den nächsten Termin im Herbst verschoben. Alle zeugnisrelevanten Prüfungen in der Aus- und Weiterbildung an der TGBBZ2 finden statt. Dies gilt auch für Teil 1 der Abschlussprüfung. Allerdings kann es zu kurzfristigen Ortsverlegungen kommen. Alle Informations-, Diskussions- und Schulungsveranstaltungen der IHK an der TGBBZ2 sind vorerst bis 17. April abgesagt.

Neunkirchen: Drei Schulen und Kita geschlossen

Im Landkreis Neunkirchen müssen der Kindergarten und die Grundschule in Wemmetsweiler, die Max-von-der-Grün-Schule in Merchweiler sowie das Illtalgymnasium in Illingen aufgrund von Corona-Infektionen geschlossen werden. Das teilte die Kreisverwaltung mit. Eine Mitarbeiterin des Kindergartens hatte sich mit dem auch als Covid-19 bekannten Virus infiziert. Für alle Kinder der Kita sowie für das Personal wurde eine Quarantäne bis zum 27. März angeordnet. Die drei Schulen in Wemmetsweiler, Merchweiler und Illingen bleiben aus Sicherheitsgründen bis Dienstag, 17. März, geschlossen. Schüler und Personal stehen unter Quarantäne.

Am Mittwoch wurden bereits zwei andere Schulen im Regionalverband Saarbrücken wegen Corona-Fällen geschlossen: Die Grundschule Rodenhof und das Theodor-Heuss-Gymnasium Sulzbach. Beide Schulen sind bis zum 20. März geschlossen. Grund für die Schließung sind vier Fälle einer bestätigten Infizierung mit dem Coronavirus. Für alle Schüler sowie für das Personal an den Schulen wurde vorerst bis Ende nächster Woche häusliche Quarantäne angeordnet. Betroffen sind rund 700 Personen.

Video [aktueller bericht, 11.03.2020, Länge: 3:27 Min.]
Schulschließung wegen Coronavirus

Auch Lebacher Schüler in Quarantäne

Auch den Angehörigen der Schüler wird empfohlen, zuhause zu bleiben. Für sie eine Quarantäne anzuordnen, sei allerdings rechtlich nicht möglich, erklärte ein Sprecher des Regionalverbandes auf SR-Anfrage. Zudem sind derzeit rund 70 Schüler des Lebacher Johannes-Kepler-Gymnasiums in Quarantäne. Sie waren am Mittwoch vorzeitig von einer Klassenfahrt in Südtirol zurückgeholt worden.

Zwei Schulen im Saarland bleiben weiter geschlossen
Audio [SR 1, (c) Daniel Simarro, Frank Falkenauer, 11.03.2020, Länge: 02:23 Min.]
Zwei Schulen im Saarland bleiben weiter geschlossen

Für berufstätige Eltern, die von den Schulschließungen ihrer Kinder betroffen sind, bedeutet das, dass sie sich auf eigene Kosten um die Betreuung kümmern und mit dem Arbeitgeber eine Regelung finden müssen. "Möglich wäre zum Beispiel, bezahlten Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzufeiern", erklärt die Saarbrücker Rechtsanwältin für Arbeitsrecht, Melanie Surbanoski. Ansonsten bleibe nur eine unbezahlte Freistellung, insofern der Arbeitgeber zustimmt. Einfach fernbleiben von der Arbeit dürfe man nicht. "Das könnte ein Kündigungsgrund sein", warnt die Anwältin.

Infektionskette offenbar geklärt

Die Infektionskette bei den vier Personen, die zur Schließung der ersten beiden Schulen geführt hat, ist unterdessen offenbar klar. Es handelt sich um eine Familie, die Kontakt zu einer mittlerweile positiv getesteten Person im Saarland hatte. Allen vier Infizierten geht es gut - sie hätten nur leichte Erkältungssymptome und befänden sich in häuslicher Quarantäne, teilte der Regionalverband mit.


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Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 11.03.2020.

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