Schüler melden im Unterricht. (Foto: dpa/Daniel Reinhardt)

Antworten auf Ihre Fragen zum Schulstart

  10.08.2020 | 06:00 Uhr

Der Schulstart nach den Sommerferien sorgt für große Verunsicherung. Wegen der Coronapandemie ist derzeit unklar, was im Regelbetrieb auf Schüler, Eltern und Lehrer zukommt. Wir haben Antworten auf Ihre häufigsten Fragen gesammelt.

Am 17. August startet im Saarland das neue Schuljahr. Erstmals seit den Schulschließungen im Rahmen der Coronapandemie kann der Unterricht dann wieder im Regelbetrieb stattfinden. Doch noch ist manches unklar. Wir haben Ihre Fragen gesammelt und beim Bildungsministerium nachgehört. Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen.

Direkt zu den einzelnen Fragen:



Die Landesregierung will mit der erst kürzlich erweiterten Teststrategie eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern und eine rechtzeitige Identifizierung von Neuinfektionen gewährleisten.

Im Mittelpunkt der mehrstufigen Teststrategie stehen Testungen von Personen, die bislang nicht von den Empfehlungen des RKI erfasst werden. Außerdem soll es Tests in Bereichen geben, in denen das Risiko erhöht ist. Dazu zählen zum Beispiel gefährdete Gruppen in der Pflege oder auch Reiserückkehrer. Diese Teststrategie könne bei steigenden Infektionszahlen erweitert werden.

Seit Beginn der Pandemie seien zudem verschiedene Instrumente geschaffen worden, die bei einem wieder zunehmenden Infektionsgeschehen greifen würden. Grundsätzlich hingen diese Maßnahmen davon ab, ob und wie sich die erhöhten Infektionszahlen lokalisieren lassen.


Alle Schüler*innen sollen ihrer Schulpflicht grundsätzlich im Unterricht in der Schule nachkommen. Gleichzeitig muss ihrem Gesundheitsschutz höchster Stellenwert beigemessen werden. Aufgrund der Vielfalt der denkbaren Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ausprägungen kann die individuelle Risikobewertung eines Schulbesuchs vor Ort immer nur von einem Arzt bzw. einer Ärztin vorgenommen werden.

Wird von Erziehungsberechtigten oder volljährigen Schüler*innen die Befreiung vom Präsenzunterricht aufgrund des erhöhten Risikos des Schülers/ der Schülerin oder einer im selben Haushalt lebenden Person verlangt, ist dies nur dann zu genehmigen, wenn ein entsprechendes ärztliches Attest vorgelegt wird. Das gilt auch für Schüler*innen, bei denen eine entsprechende Vorerkrankung in der Schule bekannt ist.

Wer von der Präsenzpflicht befreit ist, muss von zuhause lernen. Die Befreiung von der Präsenzpflicht ist von der Schule zu dokumentieren. Für schriftliche und mündliche Prüfungen müssen die Schüler*innen in die Schule kommen.

Ihnen wird dazu ein separater Prüfungsraum zur Verfügung gestellt. Für sie sollten Räume vorgehalten werden, die es ermöglichen, dass die betroffenen Schüler*innen keinen langen Weg durch das Gebäude haben und möglichst niemandem begegnen.

Bei mündlichen Prüfungen sollen sie durch einen möglichst großen Abstand zu den Prüferinnen und Prüfern, ggf. mit einer Kontaktsperre über eine Plexiglasscheibe, geschützt werden. Gegebenenfalls sollten die Prüferinnen und Prüfer eine Mund-Nasen-Bedeckung als Fremdschutz tragen. Weitere Personen als Prüfer*innen bzw. Aufsicht und zu prüfende Person dürfen nicht im Raum anwesend sein.


Wenn bei einem Kind während des Unterrichts eindeutige Krankheitssymptome auftreten, die auf Covid-19 hindeuten, informiert die Schule umgehend die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, damit sie ihr Kind von der Schule abholen. Bis dahin soll es sich in einem gesonderten Raum aufhalten.

Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten werden gebeten, ihr Kind einem Arzt/einer Ärztin vorzustellen, der über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Eine Quarantäne kann nicht von der Schule selbst, sondern nur vom zuständigen Gesundheitsamt angeordnet oder empfohlen werden.

Bei einem bestätigten Corona-Fall wird das Gesundheitsamt die Schule umgehend informieren und in der Schule prüfen, welche Personen als Kontaktpersonen infrage kommen. Für diese werden dann entsprechende Maßnahmen angeordnet. Die Schule unterstützt das Gesundheitsamt.


Auch beim schulübergreifenden Unterricht in den Oberstufenkursen sollen nach Möglichkeit feste Gruppen und in den Klassen- und Kursräumen eine feste Sitzordnung beibehalten werden. So soll gegebenenfalls die Zahl der als Kontaktpersonen infrage kommenden Personen möglichst klein gehalten werden. Das erleichtert auch die Nachverfolgbarkeit durch das Gesundheitsamt.

Bei einem bestätigten Corona-Fall wird das Gesundheitsamt die Schule umgehend informieren und in der Schule prüfen, welche Personen als Kontaktpersonen infrage kommen. Für diese werden dann entsprechende Maßnahmen angeordnet. Die Schule unterstützt das Gesundheitsamt.


In den Schulräumen und während der Pausen auf dem freien Schulgelände gilt keine Maskenpflicht. Jeder darf freiwillig eine Maske tragen. Das darf auch nicht untersagt werden.

In den Fluren, Gängen, Treppenhäusern und im Sanitärbereich muss hingegen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Das gilt auch beim Pausenverkauf, in der Mensa, im Verwaltungsbereich und im Lehrerzimmer (jeweils nicht am Tisch). So kann das Risiko einer Ansteckung verringert werden.

Visiere/Gesichtsschilde können die Mund-Nasen-Bedeckung hingegen nicht ersetzen. Sie entsprechen nach aktueller Einschätzung nicht der Fremdschutzwirkung einer Mund-Nasen-Bedeckung und sind in dieser Funktion daher nur zu verwenden, wenn zum Beispiel aus medizinischen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden kann. Als Ergänzung, etwa zum Schutz des Gesichts vor Spritzern, sind Visiere/Gesichtsschilde hingegen sinnvoll.


Beim Unterricht im Klassen- bzw. Kursraum sowie bei der Betreuung von Gruppen mit fester Zusammensetzung kann von der Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 m zwischen den Schüler*innen abgesehen werden.

Um einer Ausbreitung von Infektionen vorzubeugen, die Zahl der bei einem Infektionsfall relevanten Kontaktpersonen zu begrenzen und ggf. Infektionsketten nachvollziehen zu können, sollen die Gruppen nicht stetig durchmischt werden. Feste Gruppen werden deshalb beibehalten.

In den Klassen- und Kursräumen sollen möglichst feste Sitzordnungen eingehalten werden. Eine jahrgangs-übergreifende Durchmischung der Lerngruppen sollte möglichst vermieden werden.

Weiterhin werden versetzte Pausenzeiten sowie Zuordnungen von Zonen für feste Gruppen auf dem Pausenhof empfohlen.


Bei Erkältungssymptomen gelten ähnliche Regeln, wie bereits für Kita-Kinder. Kinder, die nur einen banalen Infekt wie Schnupfen oder leichten Husten haben, dürfen die Schule weiterhin besuchen. Das gilt auch für Kinder, die Heuschnupfen oder eine andere Allergie haben.

Kinder, die sich nicht wohlfühlen bzw. coronarelevante Symptome aufweisen, müssen zu Hause bleiben und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen. Wenn ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht wird, entscheidet er/sie über den Weiterbesuch der Schule bzw. ob ein Test auf Covid-19 erforderlich ist.

Sobald sich die Symptome deutlich und nachhaltig bessern, kann die Schule ohne weitere Auflagen wieder besucht werden.


Grundsätzlich ja. Für die Einschulungsfeiern gelten die üblichen Corona-Hygieneregeln: Abstand halten, Mund-Nasenbedeckung tragen, Dokumentationspflicht. Außerdem können weitere Regelungen notwendig sein. Bei einer geplanten Bewirtung etwa sind auch die Regeln, die für die Gastronomie gelten, zu beachten.


Grundsätzlich werden die wesentlichen Inhalte und Kompetenzen der Lehrpläne des Schuljahres 2019/20, die wegen der Schulschließungen in diesem Schuljahr nicht bearbeitet werden konnten, im Schuljahr 2020/21 bearbeitet. Dafür soll ein Zeitraum bis zu den Herbstferien 2020 zur Verfügung stehen.

Die Fachkonferenzen der Schulen stimmen sich über die notwendigen Inhalte und Kompetenzen ab. Bezüglich der Lehrplaninhalte und Kompetenzen, die für die zentralen Abschlussprüfungen relevant sind, erhalten die Schulen zu Beginn des Schuljahres 2020/21 eine gesonderte Mitteilung.


Der Wiedereinstieg in den regulären Schulbetrieb umfasst auch die Wiederaufnahme des Regelbetriebs im Gebundenen und Freiwilligen Ganztag.


Der Musikunterricht kann grundsätzlich gemäß den Lehrplänen sowie in festen Übungsgruppen stattfinden. Für den Chorunterricht gelten folgende zusätzliche Regelungen:

  • Intensive Durchlüftung etwa alle 15 Minuten

  • Abstand von mindestens 2,0 Metern

  • Bei gutem Wetter ist das Proben im Freien vorzuziehen


Sportunterricht bzw. Bewegungsangebote konnten auch bereits vor den Sommerferien unter Beachtung der Auflagen des Infektionsschutzes und der Hygieneregeln grundsätzlich stattfinden. Nach den Sommerferien kann Schwimm- und Sportunterricht grundsätzlich gemäß den Lehrplänen in festen Übungsgruppen durchgeführt werden.


Die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen im ÖPNV gilt auch für Schüler. Beim gesonderten Transport von Schüler*innen, etwa im Bereich der Förderschulen oder der inklusiv an Regelschulen beschulten Schüler*innen soll auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Visiers (wenn z.B. aus medizinischen Gründen das Tragen einer Maske nicht möglich ist) geachtet werden.

Ist das Kind aus medizinischen Gründen oder verhaltensbedingt nicht in der Lage, eine Mund-Nasen-Bedeckung oder ein Visier zu tragen, kann von einer Tragepflicht abgesehen werden. In diesen Fällen wird empfohlen, auf die Beförderung fester Gruppen zu achten. Berührungen mit anderen Personen sind möglichst zu vermeiden.

Eine Wischdesinfektion des Fahrzeuges soll nach dem Schülertransport stattfinden, wenn es bei den Schüler*innen ohne Mund-Nasen-Bedeckung zu Hustenanfällen, Speichelfluss oder ähnlichem während des Transports gekommen ist.


FFP-2-Masken gibt es für Lehrkräfte, die ein ärztliches Attest vorlegen, als Persönliche Schutzausrüstung. Einfache Masken können freiwillig von allen Lehrkräften getragen werden.

Das Bildungsministerium hat den Schulen bereits vor den Sommerferien einfache Masken aus Stoff sowie Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung gestellt. Weitere sowie auch Gesichtsvisiere können bei Bedarf beim Ministerium angefordert werden. Darüber hinaus wird Lehrkräften empfohlen, dass sie einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten.


Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht die WHO nach jetzigem Erkenntnisstand davon aus, dass Schwangere keinem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ausgesetzt sind. Es sei denn, es liegen relevante chronische Vorerkrankungen vor.

Die Entscheidung über den Umgang mit einer Schwangeren, muss im Einzelfall entschieden werden. Dabei ist auch der Betriebsarzt / die Betriebsärztin beteiligt. Denkbar ist zum Beispiel ein betriebliches Beschäftigungsverbot für eine schwangere Frau auf der Grundlage des Mutterschutzgesetzes.

Für den Arbeitsplatz der Schwangeren ist eine Gefährdungsbeurteilung notwendig, bei der die möglichen Gefahren auch durch das Coronavirus berücksichtigt werden. Dazu zählen unter anderem Art und Häufigkeit der Kontakte.


Aufgrund der aktuellen Infektionslage sind Lehrkräfte, die ein attestiertes erhöhtes Risiko bei einer Coronavirusinfektion haben, nach den Sommerferien zum Dienst im Präsenzunterricht verpflichtet. Sie erhalten eine Persönliche Schutzausrüstung. Diese besteht in der Regel aus einer FFP-2-Maske (ohne Ventil) bzw. einer nach individueller arbeitsmedizinischer Beratung empfohlenen Schutzausrüstung.

Noch ist unklar, wie viele Lehrkräfte im kommenden Schuljahr für den Präsenzunterricht bereitstehen. Die Zahl ist auch abhängig von der Entwicklung des Infektionsgeschehens.

Derzeit geht das Bildungsministerium davon aus, dass etwa 1,4 Prozent der Lehrkräfte zu Beginn des kommenden Schuljahres nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, weil sie ein ärztlich attestiertes erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf im Falle einer Coronainfektion haben und auch mit einem persönlichen Schutzkonzept nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. Diese Lehrkräfte werden aus dem Homeoffice digital unterrichten.


Das Bildungsministerium baut gemeinsam mit den Schulträgern die digitale Bildung aus. Dafür stehen im Saarland bis 2024 mehr als 110 Millionen Euro zur Verfügung, die in die digitale Ausstattung der Schulen, der Schüler*innen sowie der Lehrkräfte und in ihre Qualifizierung investieret werden. In einem ersten Schritt werden zum neuen Schuljahr Schüler*innen, die nicht über geeignete digitale Endgeräte verfügen und als bedürftig nach dem Schülerfördergesetz gelten, mit Endgeräten ausgestattet.

Im zweiten Schritt wird mit den Schulträgern eine landesweite Geräte- und Medienleihe aufgebaut, die die Schulbuchausleihe ablösen wird. Über diese Geräte- und Medienleihe werden mittelfristig alle Schüler*innen mit für den Unterricht geeigneten digitalen Endgeräten ausgestattet.

Einsatzmöglichkeiten und -szenarien digitaler Medien in den Schulen werden im Rahmen des "Digitalpakts Schule" kontinuierlich weiterentwickelt. Zum Schulstart steht auch eine aktualisierte Version der Bildungscloud "Online-Schule Saarland" mit neuen Funktionen zur Verfügung.

Ergänzend soll zum Beginn des Schuljahrs die Videoplattform "Edutube.saarland" gestartet und integriert werden. Sie wird es saarländischen Lehrkräften ermöglichen, Streamingangebote rechtskonform in Lehr-Lernarrangements zu integrieren und diese auch selbst zu erstellen. Die Lehrer können bereits in den Ferien an einer Digital Summer School teilnehmen.


Für die Schulen sind gegebenenfalls individuelle Regelungen notwendig, die mit den Schulaufsichten abgesprochen werden. Der Wiedereinstieg in den Regelbetrieb ist nur möglich, wenn die standortspezifischen, schulorganisatorischen Rahmenbedingungen sowie die förderschwerpunktspezifischen Besonderheiten mit dem jeweils geltenden Hygieneplan vereinbar sind.

Der Untericht an Förderschulen findet grundsätzlich im Klassenverband bzw. in konstanten Lerngruppen statt, wobei die individuellen Bedarfe der Schüler*innen im Vordergrund der Unterrichtung stehen sollen. Die für Arbeitsgemeinschaften vorgesehenen Stunden sollen als zusätzliches Förderangebot für Schüler*innen eingesetzt werden.


Weitere Antworten rund um den Regelbetrieb in den saarländischen Schulen finden Sie hier: FAQ zu Schule & KiTa.


SR beantwortet Fragen
Schulstart im Saarland

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