Kugelschreiber zeigt auf einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (Foto: picture alliance/dpa | Alexander Heinl)

Mehr Privatpersonen im Saarland insolvent

  07.10.2021 | 15:33 Uhr

Im ersten Halbjahr 2021 haben deutlich mehr Saarländer Privatinsolvenz angemeldet als im Vorjahreszeitraum. Ein Anstieg von 55 Prozent geht aus dem Schuldenbarometer des Informationsdienstleisters Crifbürgel hervor. Das Saarland liegt damit über dem Bundesschnitt.

856 Personen im Saarland mussten im ersten Halbjahr 2021 Insolvenz anmelden - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des vergangenen Jahres (550 Personen). Dies zeigt das Schuldenbarometer des Informationsdienstleisters Crifbürgel.

Saarland über Bundesschnitt

Das entspricht 55 Prozent mehr Privatpleiten als noch im Vorjahreszeitraum. Auch umgerechnet auf die Einwohner liegt der Anstieg im Saarland deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt: Im Saarland waren es 87 Privatinsolvenzen pro 100.000 Einwohner, im Bundesschnitt 68 pro 100.000 Einwohner.

Besonders viele Insolvenzen gibt es im Saarland unter den 31- bis 40-Jährigen. 237 Personen sind es innerhalb dieser Altersgruppe. Zudem sind mehr Männer als Frauen betroffen.

Die meisten Privatinsolvenzen unter den Bundesländern sind in Bremen zu vermelden, hier sind es 135 pro 100.000 Einwohner. Am wenigsten gibt es mit 47 pro 100.000 Einwohnern in Bayern. Das Saarland landet nach Mecklenburg-Vorpommern auf dem fünften Platz im Ländervergleich.

Schulden meist unter 10.000 Euro

Die Betroffenen sind bundesweit im Mittel mit knapp unter 15.000 Euro verschuldet. Beim Großteil beträgt die Schuldensumme unter 10.000 Euro.

Fürs Saarland liegt keine eigene Auswertung vor, sagte Oliver Ollrogge von Crifbürgel auf SR-Nachfrage. Er geht aber davon aus, dass die Werte im Saarland auf ähnlichem Niveau liegen.

Corona-Auswirkungen

Die Insolvenzen seien maßgeblich durch die Auswirkungen der Coronapandemie verursacht worden, so der Informationsdienstleister. Für das zweite Halbjahr 2021 sowie das kommende Jahr könnte sich dies gegebenenfalls noch deutlicher zeigen.

Außerdem sei der Ansteig auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen. Seit diesem Jahr ist es demnach möglich, nach drei statt wie zuvor nach sechs Jahren von den Restschulden befreit zu werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.10.2021 berichtet.

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