Nadine Schön (Foto: dpa / Oliver Dietze)

Schön weiter CDU-Fraktionsvize

  26.09.2018 | 08:34 Uhr

Die Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Unions-Fraktionschef im Bundestag war ein Paukenschlag. Bei der Abstimmung über seine acht Stellvertreter gab es hingegen keine Überraschungen. Wiedergewählt wurde auch die Saarländerin Nadine Schön.

Schön erhielt bei der Wahl 91 Prozent der Stimmen. Sie ist weiterhin für die Arbeitsbereiche Familie, Senioren, Frauen, Jugend und Digitale Agenda zuständig. Die Saarländerin ist bereits seit 2014 stellvertretende Fraktionschefin.

Weitere Stellvertreter sind Stephan Harbarth, Carsten Linnemann, Arnold Vaatz, Katja Leikert, Johann David Wadephul, Gitta Connemann und der frühere Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Die CSU-Landesgruppe hatte ihre stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden nach der Bundestagswahl 2017 für die gesamte Legislaturperiode gewählt.

"Aufstand gegen Merkel"

Bei der Wahl zum Fraktionschef hatte sich Brinkhaus überraschend gegen den langjährigen Vorsitzenden Volker Kauder durchgesetzt. Kauder war der offizielle Kandidat von CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer.

Nicht nur die Opposition sieht Merkel nach der Wahl nun stark angeschlagen. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann von der SPD etwa twitterte: "Das ist ein Aufstand gegen Merkel." Fast den gleichen Wortlaut nutzte Linken-Parteichef Bernd Riexinger. Merkel sei massiv geschwächt. FDP-Parteichef Christian Lindner forderte die Kanzlerin auf, die Vertrauensfrage zu stellen. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel sagte, sie hoffe, dass die Kanzlerin nun schneller gehe als erwartet.

Brinkhaus setzt auf Zusammenarbeit mit Merkel

Brinkhaus betonte nach seiner Wahl, er setze auf eine gute Zusammenarbeit mit Merkel. In die Frage, was sein Wahlsieg für die Position der Kanzlerin bedeute, werde zu viel hineininterpretiert, sagte Brinkhaus am Dienstag in den tagesthemen. "Zwischen mich und die Kanzlerin passt kein Blatt Papier", so Brinkhaus.


"Mit der Wahl von Brinkhaus setzten die Bundestagsabgeordneten ein Signal"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Sabine Müller, 26.09.2018, Länge: 03:43 Min.]
"Mit der Wahl von Brinkhaus setzten die Bundestagsabgeordneten ein Signal"
Auch die Hauptstadtkorrespondenten hatten erwartet, dass Kauder als Wunschkandidat von Kanzlerin Merkel nach 13 Jahren wieder bestätigt würde. Dass der überraschend gewählte Brinkhaus nun sage, "zwischen ihn und die Kanzlerin passe kein Blatt", ist für SR 3-Korrespondentin Sabine Müller, ein Versuch, die Diskussionen möglichst schnell zu beenden. Aber natürlich hätten die Abgeordneten gewusst, dass sie ein klares Signal an Kanzlerin Merkel sendeten: So wie bisher könne sie nicht weiter machen.


Kommentar von Achim Wendler (BR)
"Die Kanzlerin sollte die Vertrauensfrage stellen"
Die Kanzlerin kann sich nach der Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU nicht mehr auf die Abgeordneten verlassen - und deshalb sollte Angela Merkel nun die Vertrauensfrage im Parlament stellen, fordert BR-Politikredakteur Dr. Achim Wendler in seinem Kommentar.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 26.09.2018 berichtet.

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