Das Homburger Rathaus (Foto: SR)

Spitzelaffäre: Mitarbeiter wollen Schmerzensgeld

Thomas Gerber   11.10.2018 | 13:15 Uhr

Neben den 330.000 Euro für das beauftragte Düsseldorfer Detektivbüro kommen in der sogenannten Spitzelaffäre möglicherweise weitere Kosten auf die Stadt Homburg zu. SPD-Oberbürgermeister Schneidewind hatte Mitarbeiter des Baubetriebshofs wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten wochenlang überwachen lassen. Die drei wehren sich nun und wollen Geld.

Der Anwalt der drei Spitzelopfer hat das Arbeitsgericht eingeschaltet – dort will er für seine Mandanten Schmerzensgeld einklagen. Über die Höhe wollte der Jurist zwar keine Angaben machen. Nach SR-Informationen belaufen sich die Forderungen pro Mandant aber auf jeweils gut 10.000 Euro.

Verletzung von Persönlichkeitsrechten?

Die Drei seien zu Unrecht wochenlang überwacht und auch fotografiert worden und dies, so ihr Anwalt, in einem schon skandalösen Umfang. Seinen Mandanten sei nämlich nicht nur während der Arbeitszeit, sondern auch im Privaten nachgestellt worden. So gebe es in den Akten Fotos, auf denen einer seiner Mandanten gemeinsam mit seiner Tochter beim Einkauf in Waldmohr zu sehen sei. All das sei eine erhebliche Verletzung der Persönlichkeitsrechte, die nicht hingenommen werde.

Bei der mehr als umstrittenen Überwachungsaktion waren allenfalls marginale Verfehlungen wie zu lange Pausenzeiten zu Tage gefördert worden. Die drei Betroffenen sind auch nach wie vor beim Baubetriebshof beschäftigt. Die Stadtverwaltung Homburg hat bestätigt, dass entsprechende Schmerzensgeldforderungen der betroffenen Mitarbeiter des Betriebshofs vorliegen. Zu Einzelheiten wollte sie wegen des laufenden Verfahrens keine Stellung nehmen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.10.2018 berichtet.

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