Der Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) sitzt vor Beginn des Prozesses wegen Untreue im Landgericht.  (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Schneidewind wollte offenbar Erfolg um jeden Preis

Barbara Spitzer   08.12.2020 | 20:31 Uhr

Im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) gibt es Hinweise darauf, dass er die Kostenexplosion in der Detektiv-Affäre möglicherweise bewusst in Kauf genommen hat. Schneidewind sagte vor dem Landgericht, er sei davon ausgegangen, dass die Observierung von Bauhofmitarbeitern binnen ein bis zwei Wochen Hinweise auf eine angebliche Holzmafia ergeben werde.

Dafür wäre sein OB-Budget von 25.000 Euro möglicherweise ausreichend gewesen. Schneidewind stoppte die Überwachung aber auch nicht, als nach vier Wochen ein Abschlag von 100.000 Euro fällig wurde, sondern gab grünes Licht für eine Verlängerung um weitere zwei Wochen. Am Ende schlug die Überwachung bei der Stadt Homburg mit 260.000 Euro zu Buche.

In dem Prozess geht es unter anderem darum, ob Schneidewind vorsätzlich gehandelt hat. Mit einer Entscheidung über die Befangenheitsanträge gegen zwei Richterinnen wird im Lauf der nächsten Woche gerechnet. Das  Urteil wird voraussichtlich am 7. Januar verkündet.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR-Fernsehen vom 08.12.2020 berichtet.

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