Kindertagesstätte (Foto: dpa/Georg Wendt)

Saarbrücken verschärft Kriterien für Kita-Essen

Kai Forst   29.06.2019 | 08:30 Uhr

Nach den zurückliegenden Problemen mit Fremdkörpern im Kitaessen hat die Stadt Saarbrücken die Kriterien für Caterer verschärft. Künftig soll mehr auf saisonales Essen sowie Biofleisch geachtet werden. Die Neuausschreibung für die Belieferung der städtischen Kitas soll im Herbst erfolgen.

Verschärfte Kriterien für Kita-Essen
Audio [SR 3, (c) SR, 29.06.2019, Länge: 00:41 Min.]
Verschärfte Kriterien für Kita-Essen

Spülschwamm, Folienreste, Einmal-Handschuh: Was im vergangenen Jahr teilweise im Essen einiger städtischer Kitas in Saarbrücken gefunden wurde, war längst keine Frage des guten Geschmacks mehr. Auch über die Qualität des Essens beschwerten sich zahlreiche Eltern. Am Ende zog die Stadt die Reißleine und kündigte dem betroffenen Unternehmen im Dezember 2018 fristlos. Seitdem übernehmen übergangsweise Ersatzcaterer die Mittagessen in den Kitas.

Anfang 2020 sollen neue Caterer liefern

Wie die Stadt SR.de mitteilte, sollen Anfang 2020 nun neue Caterer ihren Dienst aufnehmen. Zuvor wird im kommenden Herbst aber eine vorgeschriebene Neuausschreibung erfolgen. Und damit die Probleme in Zukunft abnehmen und die Qualität steigt, hat die Stadt nun die Kriterien für die Ausschreibung verschärft.

Saisonal, regional und bio

So sind die Speisepläne hinsichtlich der Verarbeitung von Obst und Gemüse saisonal auszurichten. Außerdem müssen Caterer künftig auf die regionale Herkunft von Produkten achten. Kartoffeln, Salat und Äpfel beispielsweise müssen dann aus regionalem Anbau bezogen werden. Auch Bioprodukte sollen eine größere Rolle spielen. Fleisch etwa muss „vorwiegend in Bio-Qualität“ zu bezogen werden.

Limitierung der Bewerbungen

Ein weiterer wichtiger Punkt: Künftig darf ein Unternehmen nur noch maximal sechs Kitas beliefern. Der Betrieb, der im Dezember fristlos gekündigt worden war, hatte zuletzt 16 von 20 städtischen Einrichtungen mit Essen versorgt. Entsprechend zahlreich waren die Beschwerden von Eltern und Kitas.

Um herauszufinden, ob künftige Caterer sich unter den verschärften Bedingungen überhaupt bewerben wollen, führt die Stadt ein anonymisiertes Markterkundungsverfahren durch. In dem Schreiben geht es auch darum herauszufinden, zu welchem Preis die Unternehmen das Essen künftig anbieten können.  

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.06.2019 berichtet.

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