Mitarbeiter von Ford arbeiten in einer Produktionshalle. (Foto: picture alliance/Rolf Vennenbernd/dpa)

Saarwirtschaft im ersten Halbjahr stark eingebrochen

  24.09.2020 | 15:29 Uhr

Das Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes ist im 1. Halbjahr 2020 deutlich um 9,5 Prozent gesunken. Laut dem Statistischen Landesamt verlief die Konjunktur damit ungünstiger als in allen anderen Bundesländern. Vor allem die saarländischen Schlüsselindustrien litten unter den Corona-Auswirkungen.

Im Bundesdurchschnitt ging die Wirtschaftsentwicklung den Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten real, also unabhängig von der Preisentwicklung, um 6,6 Prozent zurück. Der Abschwung verlief damit im Bundesvergleich im Saarland wesentlich drastischer. Hier habe die ohnehin schon schwächelnde Konjunktur im zweiten Quartal durch die Corona-Auswirkungen noch einmal deutlich stärker gelitten, teilten die Statistiker am Donnerstag mit.

Einbruch in den Schlüsselbranchen

Zu dramatischen Einbrüchen kam es demnach in den Schlüsselbranchen der Saarindustrie. So meldeten die Betriebe der Metallerzeugung und Metallbearbeitung Umsatzverluste von 31,3 Prozent. Im Maschinenbau war das Minus mit 34,6 Prozent sogar noch größer. Auch die Autobauer- und Zuliefererbranche im Saarland musste im ersten Halbjahr schwere Verluste von 30 Prozent hinnehmen.

Baugewerbe leidet weniger

Die Hersteller von Metallerzeugnissen verbuchten einen Umsatz von 757 Millionen Euro, was einen Rückgang von 14 Prozent bedeutet. Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe gingen um 24,6 Prozent zurück. Weniger drastisch verlief der Abschwung im Baugewerbe, wo der Umsatz lediglich um 4,7 Prozent schrumpfte. Zudem verzeichne die Branche einen deutlichen Anstieg an Auftragseingängen, teilte das Statistische Landesamt mit.

Außenhandel mit deutlichem Defizit

Und während der Einzelhandel sich den Angaben zufolge auf Vorjahresniveau hielt, brachen die Umsätze im Gastgewerbe aufgrund der Corona-Einschränkungen zu über einem Drittel weg, bei den Hotels war es sogar die Hälfte. Das saarländische Wirtschaftsministerium stellt aus diesem Grund ab Oktober drei Millionen Euro für Hotels und Gaststätten bereit. Deutlich negativ entwickelte sich in den ersten beiden Quartalen auch der Außenhandel der Saartwirtschaft. So gingen die Importe etwa um 19 Prozent, die Exporte sogar um 23 Prozent zurück.

Doch nach dem zurückliegenden Einbruch der schweren Monate scheint sich die Saarwirtschaft laut einer Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) derzeit wieder zu erholen. So sei die Binnennachfrage angesprungen. Außerdem profitierten Handel und Gastronomie von der Mehrwertsteuersenkung und dem Kinderbonus. Allerdings sei die Lage in den Schlüsselindustrien weiter angespannt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.09.2020 berichtet.

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