Saarstahl-Logo (Foto: SR Fernsehen)

Saarstahl will Schienen fertigen

Karin Mayer   16.06.2021 | 11:56 Uhr

Saarstahl will ins Schienengeschäft einsteigen. Dafür möchte das Stahlunternehmen zwei Standorte eines Schienenherstellers in Frankreich übernehmen. Damit soll auch der ökologische Wandel der Mobilität vorangetrieben werden.

Das Stahlunternehmen Saarstahl hat ein Übernahmeangebot für zwei französische Standorte des Schienenherstellers Liberty gemacht, teilte der Vorstandsvorsitzende Dr. Karl-Ulrich Köhler mit. Es geht um einen Standort in Hayange im Département Moselle und ein Werk in Saint-Saulve im Département Nord.

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Der Zukauf soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dadurch könne Saarstahl einen Beitrag zum ökologischen Wandel der Mobilität leisten.

Video [aktueller bericht, 16.06.2021, Länge: 2:30 Min.]
Karin Mayer zur Saarstahl-Expansion

Ascoval soll nach Unternehmensangaben Dreh- und Angelpunkt für grünen Stahl werden. Saarstahl erhielte durch den Zukauf auch Zugang zu einer neuen Produktionstechnik. Ascoval setzt Lichtbogenöfen zur Stahlherstellung ein und betreibt keine Hochöfen.

Die Werke von Liberty sind nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Köhler derzeit nicht ausgelastet. Sie können pro Jahr bis zu 600.000 Tonnen Walzprodukte liefern. Die Standorte in Frankreich haben rund 760 Mitarbeiter.

Bessere Preise, höhere Menge

Seit Jahresanfang hat sich die Lage bei Saarstahl und Dillinger weiter verbessert. Das Geschäftsjahr 2021 wird besser als 2020, betont der Vorstandsvorsitzende Köhler. Die Preise für Stahlprodukte sind gestiegen. Allerdings seien auch Eisenerze, Schrott und Kohle teurer geworden.

Wichtig für Köhler: Es sei gelungen, die Marge zu verbessern. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen setzt der Vorstandsvorsitzende nicht mehr auf volle Auslastung, sondern auf den optimalen Betriebspunkt. Durch den CO2-Preis mache es Sinn, die Auslastung zurückzunehmen. 

Personalabbau und Outsorcing

An den Plänen zum Personalabbau und Outsorcing hält Köhler fest. Bei Saarstahl und Dillinger wurden bereits 1000 Stellen abgebaut. Für 500 weitere laufen derzeit Gespräche mit Mitarbeitern und Betriebsräten. Über das Outsorcing von 1000 weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laufen die Verhandlungen. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.06.2021 berichtet.

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