Saarstahl-Logo (Foto: SR Fernsehen)

Tiefrote Zahlen bei Saarstahl und Dillinger

Karin Mayer   23.03.2021 | 13:47 Uhr

Die Stahlunternehmen Dillinger und Saarstahl haben im Jahr 2020 erneut hohe Millionen-Verluste gemacht. Das Minus beider Unternehmen beläuft sich auf rund 360 Millionen Euro.

Dillinger und Saarstahl hätten sich in extrem schwierigen Märkten bewegt, sagte der Vorstandsvorsitzende von Dillinger und Saarstahl, Karl Ulrich Köhler. Die Unternehmen haben massiv Produktionsmenge und Umsatz verloren.

Video [aktueller bericht, 23.03.2021, Länge: 3:22 Min.]
Saarländische Stahlunternehmen schreiben zunehmend rote Zahlen

Der Umsatz von Dillinger sank um 21,2 Prozent auf 1,645 Milliarden Euro. Saarstahl meldet ein Minus 23,7 Prozent und einen Umsatz von 1,684 Milliarden Euro. Vor allem in den Monaten April bis August wurden die Hochöfen auf niedrigstem Niveau betrieben.

Seit September starke Auftragseingänge bei Saarstahl

Trendwende bei Saarstahl
Audio [SR 3, Karin Mayer, 23.03.2021, Länge: 03:04 Min.]
Trendwende bei Saarstahl

Seit Herbst 2020 hat sich die Lage bei Saarstahl deutlich verbessert. Vertriebsvorstand Klaus Richter berichtet von guter Auslastung und hohem Auftragseingang. Aktuell machen die Beschäftigten nach Unternehmensangaben Zusatzschichten. Das hat vor allem mit der besseren Autokonjunktur zu tun.

Trotz guter Auslastung bleibt es aber schwer auf dem Stahlmarkt. Die Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt sind unverändert hoch. Trotz positivem Trend seit September schreibt Saarstahl 171 Millionen Euro Verlust im Jahr 2020.

Dillinger erholt sich langsam

Der Grobblechmarkt erholt sich deutlich langsamer. Im Maschinenbau, dem Handel und im Pipelinegeschäft fehlt die Nachfrage. Gleichzeitig sorgen Billigimporte aus Russland, der Türkei, der Ukraine und Indonesien und Indien für Druck auf die Preise.

Zudem erweisen sich die EU-Schutzzölle gegen diese Importe als weitgehend wirkungslos. Bei Dillinger bleibt ein Minus von 193 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern.

Schwächen erkannt, Kosten müssen runter

Lage bei Dillinger Hütte weiter angespannt
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 23.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
Lage bei Dillinger Hütte weiter angespannt

Das Krisenjahr 2020 habe die Schwächen der Unternehmen Dillinger und Saarstahl gezeigt, so der Vorstandsvorsitzende Köhler. Er will nun das Kostensenkungsprogramm fortsetzen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

In den vergangenen Jahren haben Dillinger und Saarstahl bereits 900 Jobs abgebaut. Weitere 600 Arbeitsplätze sollen wegfallen. 1000 weitere sollen in Tochtergesellschaften und zu Dienstleistern ausgelagert werden. Köhler will diese Maßnahmen den Mitarbeitern gut verständlich machen.

2021 bessere Geschäftsergebnisse erwartet

Für 2021 erwarten Dillinger und Saarstahl bessere Geschäftsergebnisse und höherer Produktionsmengen. Beide Unternehmen sind mit besserer Auftragslage gestartet. Ziel des Vorstandsvorsitzenden ist ein dauerhafter Turnaround und eine strategische Neuausrichtung. Dazu gehört auch der Umbau der Stahlindustrie auf Wasserstofftechnologie bis 2050.

Bei Saarstahl sind derzeit 5300 Mitarbeiter beschäftigt, bei Dillinger 6200.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.03.2021 berichtet.

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