Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bei einem Besuch im Stahlwerk Ascoval 2019 (Foto: picture alliance / abaca | Lefevre Sylvain/ABACA)

Saarstahl verlagert Ascoval-Produktion nicht ins Saarland

Mit Informationen von Yvonne Schleinhege   19.11.2021 | 12:49 Uhr

Die Pläne von Saarstahl, Teile der Produktion vom nordfranzösischen Standort Ascoval zeitweise ins Saarland zu verlegen, sind offenbar vom Tisch. Frankreichs Wirtschaftsminister Le Maire teilte mit, die Zukunft des Werkes in Ascoval sei gesichert.

Die französischen Gewerkschaften CGT und CFDT hatten befürchtet, dass bis zu 40 Prozent der Produktion übergangsweise bis März ins Saarland verlagert werden könnten. Bei Saarstahl hatte man dies nicht bestätigt. Auf SR-Anfrage hieß es nur, dass bisher keine Entscheidungen getroffen worden seien. Man prüfe derzeit verschiedene temporäre Optionen.

Le Maire: Zukunft von Ascoval gesichert

Wie der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire auf Twitter mitteilte, ist die Zukunft von Ascoval nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen mit Saarstahl nun gesichert.

In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, dass man von den Überlegungen einer begrenzten und temporären Mengenverlagerung Abstand genommen habe. Zahlreiche Gespräche in enger Abstimmung mit den französischen Behörden hätten dazu geführt, gemeinsam Lösungen zu finden, um die negative Folgen für das Stahlwerkt einzudämmen und die Produktion am Standort aufrecht zu erhalten.

Gestiegene Stromkosten in Frankreich

Die französischen Gewerkschaften CGT und CFDT hatten befürchtet, dass bis zu 40 Prozent der Produktion übergangsweise bis März ins Saarland verlagert werden könnten.

Als Grund für die mögliche Verlagerung wurden die gestiegenen Stromkosten in Frankreich genannt. Am Standort Ascoval wird Stahl in einem Elektrohochofen gewonnen. Unter anderem werden dort Vorprodukte für den Schienenbau produziert. Saarstahl hatte den Standort erworben, um CO2-freien Stahl herstellen zu können. Man halte an dieser Strategie fest, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Das Stahlwerk Ascoval gehört seit etwa 4 Monaten zum Saarstahlkonzern. An dem Standort in Nord-Frankreich sind nach Agenturangaben 270 Mitarbeiter beschäftigt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.11.2021 berichtet.

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