Saarbrücker Schloss (Foto: Peter Kerkrath/Regionalverband Saarbrücken)

Saar-Kreise stürzen bei Zukunftsstudie ab

Andreas Kindel   05.07.2019 | 15:10 Uhr

Beim neuen „Zukunftsatlas“ des Wirtschaftsforschungs-Unternehmens Prognos sind die saarländischen Kommunen teilweise drastisch abgestürzt. Zu den „10 Absteigern des Jahres“ gehört der Regionalverband Saarbrücken.

Im Vergleich aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte landete der Regionalverband nur noch auf Rang 327. Das sind 138 Plätze schlechter als noch 2004. Vor allem beim Thema „Wohlstand und soziale Lage“ kamen die Saarbrücker nur noch unter die letzten 20 Kommunen in Deutschland.

Saarpfalz-Kreis am besten, Neunkirchen am schlechtesten platziert

Auch alle anderen saarländischen Kreise rutschten in dem Ranking im Vergleich zum Jahr 2004 teils drastisch ab. So verlor auch der Landkreis Neunkirchen mehr als 100 Plätze und kam als schlechtester saarländischer Kreis nur noch auf Rang 362. Am besten steht noch der Saarpfalzkreis auf Platz 254 da.

Die Forscher hatten alle 401 Kreise und Städte nach 29 Merkmalen aus den Bereichen Altersentwicklung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstärke und soziale Lage untersucht. Das Saarland gehört demnach in zahlreichen Bereichen zu den Problem-Regionen.

Schrumpfende Bevölkerung, hohe Arbeitslosenquote

So ist die Bevölkerung von 2011 bis 2017 in 75 Prozent aller Kreise und Städte gewachsen – im Saarland dagegen gesunken. Fast überall in Deutschland ging die Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2015 und 2018 nach oben. Das Saarland gehört mit einem Plus von 3,2 Prozent aber zu den Schlusslichtern. In Berlin waren es über zwölf, in Bayern plus acht Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt in mittlerweile 101 deutschen Kreisen weniger als drei Prozent. Dort herrscht de facto Vollbeschäftigung. Im Saarland betrug die Arbeitslosenquote zuletzt dagegen noch sechs Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.07.2019 berichtet.

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