Schullandheim Oberthal: Haupteingang (Foto: Schullandheim Oberthal/Sarah Pulvermüller)

Bisher Stornokosten für 23 Klassenfahrten vom Land übernommen

Niklas Resch / Onlinefassung: Daniel Dresen   01.07.2020 | 15:45 Uhr

Nach der coronabedingten Absage von Klassenfahrten im Saarland hat das Bildungsministerium bisher in 23 Fällen die Stornokosten erstattet. Das hat das Ministerium auf SR-Anfrage mitgeteilt. Demnach haben die Schulen für rund 350 Klassenfahrten die Übernahme von Stornokosten beantragt.

Stornokosten bei Klassenfahrten: "Insgesamt geht es um rund 860.000 Euro"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Nadine Thielen / Niklas Resch, 01.07.2020, Länge: 02:40 Min.]
Stornokosten bei Klassenfahrten: "Insgesamt geht es um rund 860.000 Euro"

Insgesamt geht es laut saarländischem Bildungsministerium um rund 860.000 Euro. Die Landesregierung hatte die Kostenerstattung schon am 10. März zugesichert, damit Schülern und Eltern keine Nachteile entstehen.

Ausgezahlt wurden bisher 23.000 Euro. Dass die Stornokosten bis jetzt erst in 23, also vergleichsweise wenigen Fällen, erstattet wurden, erklärt das Ministerium mit vielen unvollständigen Anträgen und der komplizierten rechtlichen Situation.

Lehrer sind keine Juristen

Aufgrund der Pandemie sei nicht immer auf den ersten Blick klar, welche Stornokosten überhaupt berechtigt seien. In einem Schreiben des Ministeriums an die Schulen, das dem SR vorliegt, heißt es, bei vielen Anträgen seien die eingereichten Stornokosten zu hoch. Diese sollten die Schulen und Lehrkräfte jetzt von den Reiseveranstaltern zurückfordern.

Die Gewerkschaft GEW sieht das kritisch - Lehrer seien keine Juristen. Der stellvertretende Vorsitzende Max Hewer forderte im SR, dass das Bildungsministerium die Schulen umfassend rechtlich unterstützt. Wichtig sei, dass die Gelder jetzt schnell ausgezahlt würden.

Große Einnahmeausfälle bei Jugendherbergen

Das Ministerium verweist auf eine bestehende Rechtsberatung. Außerdem werde man im Streitfall zwischen Reiseveranstalter und Schulen die Kosten übernehmen. Diese würden dann gegebenenfalls später gebündelt bei den Reiseveranstaltern geltend gemacht.

Die Stornierung von Klassenfahrten hat insbesondere die fünf saarländischen Jugendherbergen schwer getroffen. Die Corona-Pandemie hat bei den Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland nach eigenen Angaben Einnahmeausfälle von 26 Millionen Euro verursacht. Mehr als 550.000 Übernachtungen seien in 2020 bisher weggebrochen. Die Landesregierung will die fünf Jugendherbergen und drei Naturfreundehäuser im Saarland in der Corona-Krise finanziell unterstützen. Der Schutzschirm soll laut Sozialministerium ein Volumen von 280.000 Euro haben. Die Betreiber hoffen, dass nach den Sommerferien Klassenfahrten wieder möglich sind.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 01.07.2020 berichtet.

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