Fahnen der Großregion  (Foto: SR)

Grand Est übernimmt Vorsitz der Großregion

Carolin Dylla   20.01.2021 | 16:08 Uhr

Nach zwei Jahren hat das Saarland die Gipfelpräsidentschaft der Großregion an die Région Grand Est abgegeben. Geprägt war sie von vielen Schwierigkeiten und Verstimmungen, vor allem mit Blick auf die Zeit der Grenzschließungen zwischen März und Mai vergangenen Jahres.

Roland Theis will die Corona-Pandemie als Chance sehen, gerade für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Durch die Erfahrungen der Krise sei der Austausch sowohl auf der Entscheidungs- als auch auf der Arbeitsebene intensiver geworden, sei Vertrauen gewachsen, so der CDU-Politiker und Europabevollmächtigte der Landesregierung.

Saarland zieht Bilanz zur Gipfelpräsidentschaft
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 20.01.2021, Länge: 02:42 Min.]
Saarland zieht Bilanz zur Gipfelpräsidentschaft

Unterschiedliche Zuständigkeiten

Gleichzeitig räumte Theis ein, dass die Zusammenarbeit vor allem im Gesundheitsbereich komplex sei, da die Mitglieder des Gipfels der Großregion in ihren Ländern sehr unterschiedliche Handlungskompetenzen haben. Deshalb sei man zum Beispiel bei der Erarbeitung des grenzüberschreitenden Pandemieplans erstmal auf bilaterale Einigungen angewiesen, die dann ausgeweitet werden könnten.

Theis betonte außerdem, dass die Landesregierung erneute Grenzschließungen wegen der Pandemie ablehne – was letzten Endes aber nicht in der Kompetenz der Länder liege.

Mehr Mobilität und Forschung

Der neue Gipfelpräsident der Großregion, der Präsident der Région Grand Est Jean Rottner, will in den kommenden beiden Jahren unter anderem die Zusammenarbeit bei der Mobilität und in der Forschung zur künstlichen Intelligenz vorantreiben.

Im vergangenen Juni hatten die Vertreter der Regionen angekündigt, Lehren aus der Corona-Krise ziehen zu wollen. Bei künftigen Krisen wolle man koordinierter und schneller reagieren als im Frühjahr 2020. Die zeitweilige Grenzschließung zu Frankreich und Luxemburg sorgte damals für Unmut. Zuletzt gab es jedoch erneut Unstimmigkeiten zwischen Luxemburg und dem Saarland, als die luxemburgische Regierung Anfang Januar beschloss, ihre Corona-Maßnahmen zu lockern, kritisierte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) das scharf.

Fast zwölf Millionen Menschen

Zur Großregion gehören neben dem Saarland und Grand Est auch Rheinland-Pfalz, Luxemburg, die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens und die Wallonie. In der Großregion leben fast zwölf Millionen Einwohner. Rund 230.000 Pendler überqueren täglich Ländergrenzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 20.01.2021 berichtet.

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