Spritzen und Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca.  (Foto: picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

Saarland setzt Impfungen mit AstraZeneca heute aus

Thomas Braun / mit Informationen von Steffani Balle   31.03.2021 | 15:36 Uhr

Nach dem Beschluss, AstraZeneca nur noch in Einzelfällen an Personen unter 60 Jahren zu verimpfen, setzt das Saarland die Impfung mit dem Vakzin am heutigen Mittwoch aus.

Wieder Wirbel um AstraZeneca
Audio [SR 3, Interview Frank Hofmann / Steffani Balle / Thomas Spickhofen, 31.03.2021, Länge: 02:35 Min.]
Wieder Wirbel um AstraZeneca

Die Impftermine, die bereits vergeben seien, fänden statt, betonte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Dienstagabend auf SR-Anfrage. Wer einen Termin für eine AstraZeneca-Impfung am Mittwoch habe, bekomme stattdessen Biontech oder Moderna. Alle Betroffenen seien bereits informiert.

Auch in den kommenden Tagen wird AstraZeneca möglicherweise nicht zum Einsatz kommen. Gesundheitsministerin Bachmann kündigte am Mittwoch an, dass man solange warten will, bis von der Bundesebene ein neuer Aufklärungsbogen für die Patienten vorliegt.

AstraZeneca nur noch im Einzelfall für unter 60-Jährige

Beschluss der Gesundheitsminister
AstraZeneca nur noch in Einzelfällen für Jüngere
Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca soll in Deutschland nur noch in Einzelfällen für Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden. Hintergrund sind neue Informationen über seltene, aber schwere Nebenwirkungen vor allem bei jüngeren Frauen.

Zuvor hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission hin beschlossen, dass der Corona-Impfstoff von AstraZeneca nur noch in Einzelfällen für Personen unter 60 Jahren eingesetzt werden sollte. Unter 60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollten sich "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" weiterhin damit impfen lassen können.

"Alle Impftermine sollen eingehalten werden"
Audio [SR 3, Renate Wanninger / Monika Bachmann, 31.03.2021, Länge: 03:52 Min.]
"Alle Impftermine sollen eingehalten werden"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechtfertigte die neuen Altersbeschränkungen für das Präparat von AstraZeneca mit Blick auf das Vertrauen in die Corona-Impfungen. "Vertrauen entsteht aus dem Wissen, dass jedem Verdacht, jedem Einzelfall nachgegangen wird", sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Dass verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stünden, sei ein großes Glück, so Merkel.

Hintergrund zu den Altersbeschränkungen sind neue Informationen zu Blutgerinnseln in Hirnvenen, die in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen aufgetreten sind. Laut Statistik des Paul-Ehrlich-Instituts wurden bislang nach Erstimpfungen 31 Fälle einer Thrombose in Hirnvenen gemeldet, neun davon gingen tödlich aus. In der weit überwiegenden Zahl waren jüngere Frauen betroffen.

Warten auf Empfehlung für die Zweitimpfung

Saarland setzt Impfungen mit AstraZeneca heute aus
Audio [SR 3, Steffani Balle, 31.03.2021, Länge: 01:09 Min.]
Saarland setzt Impfungen mit AstraZeneca heute aus

Sorge bereitet Gesundheitsministerin Bachmann die Tatsache, dass zwei Drittel der schon mit AstraZeneca geimpften Frauen im kritischen Alter zwischen 20 und 60 seien. Da warte sie auf die Einschätzung der Experten, ob diese Frauen für die zweite Impfung einen anderen Impfstoff bekommen sollen. Die Ständige Impfkommission will bis Ende April die Studien dazu auswerten.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 31.03.2021 berichtet.

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