5G-Funkmast (Foto: picture alliance/Soeren Stache/zb/dpa)

Schwaches Mobilfunknetz im Kreis Merzig-Wadern

  30.05.2020 | 17:41 Uhr

Der Landkreis Merzig-Wadern hat die schlechteste Mobilfunkabdeckung im Saarland. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Oliver Luksic hervor. In 5,6 Prozent aller Rasterzellen gibt es demnach kein mobiles Netz.

Für die Auswertung des Mobilfunkempfangs wird Deutschland in Rasterzellen eingeteilt. Als Rasterzellen ohne Mobilfunkverfügbarkeit gelten Zellen, in denen weniger als 50 Prozent der Haushalte Verbindungen nach dem Mobilfunkstandards 3G (je nach Ausbau bis maximal 42 Megabit pro Sekunde) oder 4G (max. 600 Mbit/s) empfangen können.

Neunkirchen schneidet am besten ab

Besonders schlecht sieht es dabei laut Breitbandatlas im Osten des Landkreises Merzig-Wadern aus, auf dem Gebiet der Gemeinden Perl und Mettlach. Auch Überherrn und Großrosseln im Kreis Saarlouis haben hier teilweise Probleme. Insgesamt sind im Kreis Saarlouis 2,9 Prozent aller Rasterzellen ohne Mobilfunkverfügbarkeit, im Regionalverband Saarbrücken 2,8 Prozent. Im Saarpfalz-Kreis sind es 2,3 Prozent aller Rasterzellen. Am besten steht der Kreis Neunkirchen mit 0,2 Prozent Rasterzellen ohne Netz da.

Luksic fordert unbürokratischen Ausbau

"2,8 Prozent Rasterzellen ohne Mobilfunkempfang sind für das flächenmäßig vergleichsweise kleine und verdichtete Bundesland Saarland kein guter Wert", so Luksic. "Hier zeigt sich der verfehlte Mobilfunkausbau von Land und Bund der letzten Jahre." Gerade in Zeiten von Home Office und Corona-Beschränkungen sei aber eine leistungsstarke und flächendeckende digitale Infrastruktur hilfreich. Als Konsequenz fordert Luksic eine Beschleunigung und Entbürokratisierung bei Vergabe- und Genehmigungsverfahren von Mobilfunkmasten.

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