Corona-Test: Abstrich in einem Röhrchen (Foto: Oliver Berg/dpa)

Saarland und Moselle kooperieren bei Tests und Nachverfolgung

mit Informationen von Carolin Dylla und Uli Hauck   19.02.2021 | 17:46 Uhr

Das Saarland und das Nachbardépartement Moselle werden bei der grenzüberschreitenden Kontaktnachverfolgung und beim Testen enger zusammenarbeiten, um erneute Grenzschließungen zu vermeiden. Darauf haben sich die Landesregierung und die Partner unter anderem aus Frankreich und Rheinland-Pfalz verständigt.

Große Unternehmen, die Grenzpendelnde beschäftigen, sollen ihre Mitarbeiter regelmäßig testen. Kleine und mittelständische Unternehmen erhalten 100.000 Schnelltests. Außerdem soll es ein gemeinsames deutsch-französisches Testzentrum geben, in dem sich Grenzgänger kostenlos testen lassen können.

Grenzpendler sollen mehr getestet werden
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 19.02.2021, Länge: 02:39 Min.]
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Offizielle Vereinbarung

Uwe Conradt: "Es geht um eine abgestimmte Strategie beim Testen und Impfen"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 19.02.2021, Länge: 04:34 Min.]
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Das ist die Strategie, mit der die Landesregierung erneute Grenzschließungen verhindern will – trotz der angespannten Infektionslage im Nachbardépartement Moselle. Eine Vereinbarung zwischen der saarländischen Landesregierung, der IHK und der Vereinigung der Unternehmensverbände (VSU), die Testungen durchzuführen, wurde am Freitag unterzeichnet.

Dieses Konzept soll verhindern, dass es auch an der deutsch-französischen Grenze wieder zu einer Situation kommt, wie sie im Moment an den Grenzen zu Tschechien und Österreich herrscht. Allerdings hat dieses Konzept keine direkte Auswirkung auf die Einstufung Frankreichs durch den Krisenstab der Bundesregierung.

Kein Einfluss auf Einstufung

Je nach Einstufung, zum Beispiel als „Hochinzidenzgebiet“, gelten unterschiedlich strenge Testpflichten und Einreisekontrollen. Das Konzept könnte aber helfen, die Folgen einer Einstufung abzumildern beispielsweise in Bezug auf Kontrollen bei der Einreise, um das wirtschaftliche Leben in der Grenzregion aufrecht zu erhalten.

Grenzschließungen oder schärfere Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich sind für die Bundesregierung momentan jedoch offenbar kein Thema. Zwar haben sich die Corona-Mutationen aus Südafrika und Brasilien im Département Moselle stark ausgebreitet. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte aber, bei der Entscheidung über Grenzschließungen werde nicht nur das Infektionsgeschehen berücksichtigt.

Vielmehr werde die Entscheidung in Abstimmung mit der Bundesregierung und den betroffenen Bundesländern getroffen. Neben dem Saarland und Rheinland-Pfalz hat sich auch Baden-Württemberg bisher gegen Grenzschließungen ausgesprochen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 19.02.2021 berichtet.

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