Ein Schmetterling sitzt auf Blüten (Foto: SR)

Saarland sieht Gesetzespaket zum Insektenschutz kritisch

mit Informationen von Manuela Weichsel   10.02.2021 | 21:54 Uhr

Das saarländische Umweltministerium will einen Sonderweg für das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Insektenschutzgesetz finden. Das Bundesgesetz müsse entsprechend der landwirtschaftlichen Flächennutzung im Saarland angepasst werden, teilte Umweltminister Reinhold Jost (SPD) mit.

Das vom Bundeskabinett beschlossene Insektenschutzgesetz soll nach Angaben des saarländischen Umweltministers Reinhold Jost (SPD) an die Gegebenheiten des Saarlandes angepasst werden. Der Entwurf des Bundesgesetzes sieht unter anderem vor, dass Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland für Insekten als Lebensräume erhalten bleiben. Bundestag und Bundesrat müssen dem Gesetz noch zustimmen.

Video [aktueller bericht, 10.02.2021, Länge: 4:03 Min.]
Eigene Regelung für Insektenschutzgesetz im Saarland

Im Saarland gibt es laut Umweltministerium fast 14.000 Hektar Fläche mit der Bezeichnung "artenreiches Grünland". "Mehr als ein Drittel des gesamten Dauergrünlandes dürfte folglich nur noch unter Auflagen bewirtschaftet werden. Das werden wir verhindern", betonte Jost. Konkret soll das Grünland deshalb in Kategorien untergliedert werden. Bei Inkrafttreten des Bundesgesetzes wäre dann nur ein kleiner Teil von verschärften Regelungen betroffen.

Bauern sind besorgt

Auch der Deutsche Bauernverband warnte vor den Plänen der Bundesregierung für den Insektenschutz. Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied sagte, die Strategie, den Insektenschutz mit Verboten durchzusetzen, sei falsch und gefährlich. Viele Bauernfamilien würden ihre Existenzgrundlage verlieren.

Umweltverbände begrüßten dagegen die beschlossenen Maßnahmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte, jedes eingesparte Kilo Pestizid sei positiv für Insekten und Natur.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 10.02.2021 berichtet.

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