Ein Mann im Restaurant hält ein Smartphone mit der Luca-App in der Hand (Foto: IMAGO / Arnulf Hettrich)

Saarland setzt Luca-App flächendeckend ein

  31.03.2021 | 19:30 Uhr

Das Saarland will künftig zur digitalen Nachverfolgung von Kontakten die Luca-App einsetzen. Nach Angaben der Landesregierung könnten noch diese Woche alle sechs Gesundheitsämter an die App angebunden werden.

Die digitale Kontaktnachverfolgung sei einer der wichtigsten Bausteine des Saarland-Modells, mit dem Lockerungen erprobt werden sollen, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Über ein Ausschreibungsverfahren sei nun die Firma Culture4Life mit ihrer App "Luca" dafür beauftragt worden.

Die Firma werde zügig auch ein digitales Testkonzept zur Verfügung stellen. "Die Luca-App vereint alle notwendigen Kriterien in einer digitalen Version der Kontaktnachverfolgung", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Zusätzlich wird auch ein digitales Testzertifikat sowie ein digitaler Impfnachweis in die App integriert, sodass man alle notwendigen Nachweise in einer App zusammen hat."

Einloggen über QR-Codes

Die Luca-App funktioniert über QR-Codes, die zum Beispiel bei Restaurantbesuchen oder Veranstaltungen eingescannt werden. Das bietet lautet Staatskanzlei im Gegensatz zu den bisherigen Papierlisten den Vorteil, dass die Daten verifiziert werden können und nicht mehr ohne weiteres Phantasienamen verwendet werden können.

Hat sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert, kann das Gesundheitsamt auf eine Liste der besuchten Orte zugreifen und die entsprechenden Kontakte informieren. Nach Angaben der Entwickler muss der Nutzer dafür aber zustimmen.

Vor- und Nachteile aus Datenschutzsicht

Datenschützer von Bund und Ländern sehen in der App sowohl Vor- als auch Nachteile. Vorteil sei etwa, dass Daten bei entsprechender Verschlüsselung zum Beispiel besser geschützt seien als bei den bisherigen Papierformularen. Die App-Entwickler seien aber aufgefordert, noch weitere Anpassungen an dem System vorzunehmen.

Ein Nachteil sei zum Beispiel, dass die Daten an einer zentralen Stelle gespeichert würden. Hier würden Mitglieder der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden (DSK) mit den Betreibern weitere Gespräche führen, inwiefern auch eine dezentrale Speicherung möglich ist.

Das ist auch einer der großen Unterschiede zur Corona-Warn-App des Bundes, die einen komplett dezentralen Ansatz verfolgt. Die Warn-App des Bundes "merkt" sich bislang auch nicht die Orte, an denen die Benutzer waren. Die App soll aber schon bald auch um eine "Eincheck-Funktion" erweitert werden.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktuell um 17.00 Uhr" im SR-Fernsehen vom 31.03.2021 berichtet.

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