Ein homosexuelles Paar zeigt seine Eheringe (Foto: dpa)

Saarland für Verbot von Konversionstherapie

Uli Hauck   11.04.2019 | 06:45 Uhr

Gemeinsam mit den Bundesländern Hessen, Berlin, Bremen und Schleswig-Holstein wird das Saarland morgen im Bundesrat für ein Verbot der sogenannten Konversionstherapie stimmen. Sie zielte bislang darauf ab, Homosexuelle zur Heterosexualität zu bringen.

Homosexualität sei keine Krankheit und deshalb auch nicht behandlungsbedürftig, so begründen die Länder ihren Entschließungsantrag und verweisen auf die Einschätzungen von WHO, Weltärztebund und Deutschem Ärztetag. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hält die Therapien für „zutiefst menschenfeindlich“, fordert deshalb auch strafrechtliche Sanktionen. Wo Menschen Opfer solcher Therapien geworden sind, müsse geprüft werden, ob sie entschädigt werden können.

Bundesgesundheitsminister Spahn hat gestern eine Fachkommission eingerichtet, die bis zum Herbst Vorschläge machen soll, wie genau ein Verbot eingeführt werden kann. Angaben über die Zahl dieser sogenannten Konversionstherapien machte das Gesundheitsministerium nicht.

Im Saarland hatten sich zuletzt Grüne und SPD für ein Ende der Therapien ausgesprochen. Für die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Charlotte Britz sind Konversionstherapien gefährlich, da sie sich gegen die sexuelle Identität und Orientierung von Menschen richten.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 11.04.2019 berichtet.

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