Sirenen (Foto: dpa | Rolf Vennenbernd)

Saarland investiert 2022 eine Million in Sirenen

  29.12.2021 | 14:58 Uhr

Das Saarland unterstützt im kommenden Jahr den Ausbau des Sirenennetzes mit einer Million Euro zusätzlich. 2021 waren bereits mehr als 500.000 Euro Bundesförderung geflossen.

In diesem Jahr hat der Bund rund 503.000 Euro zur Verfügung gestellt, um das Netz an Notfallsirenen in den saarländischen Landkreisen zu fördern. Das teilte das saarländische Innenministerium am Mittwoch mit.

Um die Installation und Instandhaltung der Sirenen aber voranzutreiben und zu sichern, werde weiteres Geld gebraucht. Deshalb unterstützt das Land den Ausbau des Sirenennetzes im kommenden Jahr zusätzlich mit über einer Million Euro.

„Ich bin sehr froh, dass alle Landkreise die Bundesförderung in Anspruch nehmen“, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Die gesamte Abwicklung erfolge über die Gemeindeverbände in Abstimmung mit ihren Kommunen. Bis 2024 sollen 90 Prozent des Saarlandes mit dem Sirenennetz abgedeckt sein.

Die Kreise im Überblick

Der Landkreis St. Wendel hat mit dem Aufbau eines komplett neuen Sirenennetzes begonnen. Alle Standorte sind inzwischen festgelegt. In Oberthal wurden bereits drei neue Sirenen aufgebaut, in Tholey sind von zehn geplanten Anlagen drei installiert. Mit dem Jahresbeginn 2022 sollen sie angebunden werden. Nach den Feiertagen will der Landkreis die Montage der neuen Sirenen schrittweise fortsetzen.

Im Kreis Merzig-Wadern wollen die Kreisstadt Merzig und die Gemeinde Mettlach noch in dieser Woche Aufträge für den Ersatz von insgesamt fünf Sirenen erteilen. Vier Sirenen sollen auf Dächern, eine an einem Mast montiert werden.

Im Kreis Neunkirchen sollen – ebenfalls noch diese Woche – Arbeiten zur Sirenenoptimierung in Neunkirchen und Eppelborn beginnen. In Illingen ist das für Januar vorgesehen. Die Kreisstadt Neunkirchen hat für vier Sirenen bereits 43.400 Euro Förderung erhalten. Eppelborn und Illingen haben für jeweils eine Sirene Mittel beantragt.

Noch in der Planungsphase steckt der Landkreis Saarlouis. Bei einer Dienstbesprechung aller Oberbürgermeister und Bürgermeister im Kreis am 5. November wurde einstimmig die Erneuerung der alten Sirenen und der Aufbau eines neuen, flächendeckenden Warnsystems beschlossen. Der Landkreis will nun eine Ausleuchtung durchführen und dann rund 130 Sirenen beschaffen.

Auch der Regionalverband Saarbrücken hat noch nicht über seine Sirenenpläne entschieden. Laut Innenministerium laufen derzeit Abstimmungen zwischen der Landeshauptstadt als untere Katastrophenschutzbehörde und den Kommunen, wo das Fördergeld des Bundes verwendet werden soll.

Im Saarpfalz-Kreis laufen ebenfalls noch Abstimmungen mit den Kommunen. Bislang liegen Auftragsbestätigungen für zwei neue Sirenenstandorte und zwei Ertüchtigungen vor. Noch in dieser Woche sollen weitere Aufträge erteilt werden.

Gravierende Probleme beim Warntag 2020

Im September 2020 hatte der bundesweite Warntag gravierende Probleme beim Katastrophenschutz im Saarland offenbart. Zahlreiche der damals 484 Sirenen funktionierten nicht oder waren zu leise. Außerdem wurde festgestellt, dass es zu wenig Sirenen im Saarland gibt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.12.2021 berichtet.

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