Ein junger Mann trainiert in einem Fitnessstudio. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)

Fitnessstudios verlängern Verträge ohne Zustimmung

  02.08.2021 | 14:26 Uhr

Viele Fitnessstudios im Saarland haben offenbar ohne Zustimmung ihrer Kunden Verträge einseitig verlängert. Dabei waren die bereits fristgerecht gekündigt worden und auch eine entsprechende Bestätigung eingegangen. Das hat die Verbraucherzentrale Saarland auf SR-Anfrage bestätigt.

Es besteht der Verdacht, dass durch einseitig verlängerte Verträge die finanziellen Verluste vieler Fitnessstudios im Saarland durch die Corona-Pandemie aufgefangen werden sollen. Man bekomme derzeit viele Anfragen dazu, könne aber keine genauen Zahlen nennen, sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale.

Ob dieses Vorgehen rechtswidrig ist, sei bislang unklar. Denn durch die pandemiebedingten Maßnahmen sei die Geschäftsgrundlage zwischen den Fitnessstudios und ihren Kunden gestört worden, so die Verbraucherzentrale. Unter solch außergewöhnlichen Umständen könnten Verträge eventuell verlängert werden.

Rechtsfrage noch nicht geklärt

Es gebe in der Rechtsprechung unterschiedliche Auffassungen dazu, aber noch keine höchstrichterlichen Entscheidungen. Deswegen könne die Verbraucherzentrale Saarland hier kaum Ratschläge geben.

Der Knackpunkt sei dabei die Frage, ob der Kunde Gebühren zahlen musste, als die Studios geschlossen waren, oder ob diese Zahlungen ausgesetzt wurden. Wenn der Vertrag trotz fortlaufender Zahlungen einseitig verlängert werde, sei das in jedem Fall rechtswidrig.

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