Ein Pflaster wird auf die Einstichstelle einer Spritze auf den Oberarm eines Mannes geklebt (Foto: IMAGO / photothek)

Saarland plant neue Corona-Impfkampagne ab September

  08.06.2022 | 19:03 Uhr

Im September soll im Saarland eine neue, große Impfkampagne gegen das Coronavirus starten, um so mit einem bestmöglichen Immunschutz in den Herbst und Winter zu gehen. Außerdem fordert Saar-Gesundheitsminister Jung (SPD), dass der Bund die Corona-Bürgertests auch über den Juni hinaus finanziert.

Schon seit mehreren Monaten läuft die Impfkampagne im Saarland auf Sparflamme. Im gesamten Mai etwa wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gerade einmal rund 15.500 Menschen gegen Corona geimpft - die meisten davon bereits zum vierten Mal.

Diese dahinvegetierende Impfkampagne will der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) ab September noch einmal beleben: "Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger dazu bewegen, dass sie sich noch einmal impfen lassen und dadurch mit maximalem Schutz in den Herbst und den Winter gehen", sagte Jung am Mittwoch im SR-Interview.

"Impfkampagne im September"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi / Magnus Jung, 08.06.2022, Länge: 03:13 Min.]
"Impfkampagne im September"

Jung fordert weiterhin kostenlose Bürgertests

Außerdem forderte er den Bund auf, auch über den 1. Juli hinaus die bislang kostenlosen Bürger-Schnelltests zu finanzieren. "Das läuft ansonsten zum 30. Juni aus. Dann wird kaum noch getestet werden. Und wenn nicht getestet wird, dann wissen wir eben nicht genau, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt", so Jung.

Video [aktueller bericht, 07.06.2022, Länge: 3:29 Min.]
Vorbereitungen im Saarland auf mögliche nächste Corona-Welle

Rechtliche Grundlage im Bund gefordert

Wichtigster Punkt ist für Jung aber, dass es noch einmal eine gesetzliche Grundlage gebe, auf deren Basis im Herbst notfalls schnell gehandelt werden könne. Die fehle aktuell.

Eine solche solide rechtliche Grundlage für Infektionsschutzmaßnahmen fordert auch der Corona-Expertenrat der Bundesregierung, der am Mittwoch seine neueste Stellungnahme vorgelegt hat. Zudem sollten mögliche Maßnahmen zentral koordiniert und einheitlich und schnell kommuniziert werden.

Verschiedene Szenarien für den Herbst

Welche Maßnahmen aber überhaupt nötig sind, ist derzeit unklar. Viel hängt davon ab, mit welcher Virusvariante wir es im Herbst zu tun bekommen.

Die möglichen Szenarien, die der Expertenrat dafür entwirft, reichen im günstigsten Fall von einer im Vergleich zu Omikron noch einmal harmloseren Variante bis hin zu einer neuen Virusvariante, die stärker ansteckend ist und kränker macht. Dann wären womöglich auch wieder eine Maskenpflicht und Abstandsgebote nötig.

Lockdowns und Schulschließungen vermeiden

Die saarländische Landesregierung sieht sich für alle Szenarien gut gerüstet. Schutzkleidung gebe es beispielsweise genug, sagte Jung. Er verweist auch darauf, dass immer noch zwei Impfzentren in Betrieb und eines im Standby seien, hinzu komme das breite Impfangebot bei den Hausärzten.

Jung hofft darauf, härtere Maßnahmen wie im Winter zuvor zu vermeiden. "Wir streben eine Strategie an, bei der wir auf Schulschließungen und einen Lockdown verzichten können", so Jung.

Über dieses Thema berichtete die "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.06.2022.

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