Eine Schülerin sitzt mit Maske im Unterricht einer Gesamtschule. (Foto: picture alliance/dpa/Guido Kirchner)

Studie sieht im Saarland Bildungsfortschritt

  18.08.2021 | 15:05 Uhr

Das Saarland hat sich beim Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verbessert. Im bundesweiten Ländervergleich belegt es den fünften Platz – die stärkste Verbesserung aller Bundesländer seit 2013. Allerdings sehen die Forscher auch Probleme auf das Saarland zukommen.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat die Vergleichsstudie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt, einer Lobbyorganisation der Arbeitgeberverbände. Das Ergebnis aus saarländischer Sicht: Die Bildungsausgaben je Schüler an den Grundschulen (7200 Euro) und den Hochschulen (15.500 Euro) zum Beispiel sind höher, die sonstigen Gesamtausgaben des Landes je Einwohner niedriger als im Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit werden für Grundschüler im Schnitt 7100 Euro, für Hochschüler 11.300 Euro ausgegeben.

Streichert-Clivot zufrieden

Auch die Schüler-Lehrer-Relation wird – an den Grundschulen – als sehr gut bewertet. Gelobt wurde auch die hohe Zahl an Akademikern, vor allem in dualen Studiengängen. Verbesserungspotenzial sehen die Macher des Bildungsmonitors bei der Einwerbung von Drittmitteln an den Universitäten und bei der vergleichsweise hohen Schulabbrecherquote – 7,2 Prozent im Saarland, 6,6 Prozent bundesweit.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) zeigte sich über das Ergebnis des Bildungsmonitors erfreut. Dies sei eine klare Bestätigung des bildungspolitischen Kurses der Landesregierung. „Seit 2013 haben wir viel erreicht, um die Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen im Land zu verbessern.“ Der Bildungsmonitor mache deutlich, so Streichert-Clivot, dass es richtig sei, in der Corona-Krise Kitas und Schulen möglichst offen zu halten.

Große Herausforderungen warten

Die Macher der Studie sehen aber auch die Defizite, die sich durch die Pandemie noch einmal deutlich gezeigt haben. „Insgesamt gibt es Fortschritte bei der Digitalisierung an Schulen“, heißt es in der Bewertung. „Durch Corona bleiben aber im Ausblick wie in allen Bundesländern sehr große Herausforderungen im Bildungssystem, die sich in den kommenden Jahren bei der Bewertung der Handlungsfelder negativ auswirken dürften.“

Die Forscher empfehlen daher gezielte Förderprogramme zur Schließung der entstandenen Lernlücken, unter anderem mit Ganztagsschulen, multiprofessionellen Teams und einem weiteren Ausbau der Digitalisierung.

Auch die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) sieht trotz der guten Ergebnisse dringenden Handlungsbedarf – besonders im Hinblick auf die verhältnismäßig hohe Schulabbrecherquote und die fehlenden Kompetenzen im Bereich Mathematik sowie der technischen Fächer.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.08.2021 berichtet.

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