Ein mit der Aufschrift «Wasserstoff» gekennzeichnete Rohrleitung ist in der Brennstoffzelle eines Wasserstoff-Kraftwerks. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

400 Mio. Euro für Wasserstoff-Projekt aus dem Saarland

Karin Mayer   28.05.2021 | 11:42 Uhr

Das Bundeswirtschaftsministerium will ein grenzüberschreitendes Wasserstoffprojekt im Saarland mit 400 Millionen Euro fördern. Das Vorhaben von SHS Stahlholding Saar, Creos und Steag gehört zu 62 Großprojekten, die als wichtige Wasserstoffprojekte von gesamteuropäischem Interesse ausgewählt wurden.

Nach der Förderzusage für das grenzüberschreitende Wasserstoffprojekt aus dem Saarland durch das Bundeswirtschaftsministerium muss es in einem zweiten Schritt von der EU Kommission genehmigt werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte es ein gutes Beispiel für eine gute europäische und deutsche Industriepolitik. Mit den geförderten Projekten werde Deutschland die Nummer eins bei Wasserstoff.

Elektrolyseur für HydroHub Fenne

Für die Großregion bedeutet das Projekt Rückenwind für eine grüne Wasserstoffwirtschaft. Fünf Unternehmen wollen gemeinsam und grenzüberschreitend Wasserstoff erzeugen und nutzen. Der Energiekonzern Steag will am HydroHub Fenne einen Elektrolyseur aufstellen und Wasserstoff produzieren.

Bei der Erzeugung kommt zusätzlich auch der französische Partner die Chemieplattform Carling ins Spiel. Creos und GRTFrance wollen das Gas in ihrem Leitungsnetz transportieren.

Video [aktueller bericht, 28.05.2021, Länge: 4:09 Min.]
Hohe Fördersumme für Wasserstofftechnologie im Saarland

Wasserstoff zur CO2-Reduzierung

Die Unternehmen Dillinger und Saarstahl wollen den Wasserstoff nutzen, um weiter CO2 zu reduzieren. Zwölf Prozent oder 900.000 Tonnen Kohlendioxid könnte die Stahlindustrie damit einsparen.

Der Förderantrag der Saarbahn wurde nicht berücksichtigt. Bundeswirtschaftsminister Altmaier betonte, bei keinem Bundesland hätten alle Projekte ausgewählt werden können. Es gebe aber andere Förderprogramme.

Ein Vertreter des Bundesverkehrsministeriums sagte, für Busse und Nutzfahrzeuge werde es separate Fördermöglichkeiten geben. Nicht alles könne im Rahmen der europäischen Förderprojekten IPCEI erfolgen.

Hans und Rehlinger: Modernisierung der Saar-Industrie

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte, mit dem Wasserstoffprojekt wolle sich das Saarland als Industriestandort weiter modernisieren. Die Wasserstofftechnologien spiele in den Bereichen Strukturwandel, Klimaschutz und Wertschöpfung eine Schlüsselrolle.

Auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) bezeichnete das Projekt als Fahrkarte in die Zukunft für die Industrie in der Großregion. Damit habe das Saarland die Chance, an ein europäisches Wasserstoffnetz angebunden zu werden. Wasserstoff bedeute eine Zukunftsperspektive für die Stahlindustrie im Saarland.

Wichtiger Vorteil der Großregion: Das Leitungsnetz für Wasserstoff ist zum großen Teil vorhanden. Bestehende Gasleitungen sind die Grundlage. Dadurch kann das H2-Projekt laut Wirtschaftsministerium bereits in vier bis fünf Jahren an den Start gehen, deutlich schneller als andere Initiativen.

Acht Milliarden Fördergeld

Insgesamt stehen acht Milliarden Euro Fördergelder aus Berlin zur Verfügung. Zwei Milliarden Euro davon gehen an Förderprojekte in der Stahlindustrie. Es sollen so Investitionen in Höhe von 33 Milliarden Euro ausgelöst werden.

Mehr als 230 Projektskizzen wurden eingereicht. Das Förderprogramm war damit mehrfach überzeichnet.

400 Mio. Euro für Wasserstoff-Projekt aus dem Saarland
Audio [SR 3, Karin Mayer, 28.05.2021, Länge: 00:49 Min.]
400 Mio. Euro für Wasserstoff-Projekt aus dem Saarland

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.05.2021 berichtet.

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