Halbe Schweine hängen in einem Schlachthof (Foto: dpa)

Coronatests in Saar-Fleischindustrie geplant

mit Informationen von Steffani Balle   30.06.2020 | 20:34 Uhr

Das saarländische Gesundheitsministerium will Beschäftigte in der Fleischindustrie umfangreich auf das Coronavirus testen. Die Landesregierung möchte mit diesem Schritt Ausbrüchen, wie in anderen Regionen Deutschlands, zuvorkommen.

Sowohl Personen mit Werkverträgen als auch die Stammbelegschaft in der saarländischen Fleischindustrie sollen auf das Coronavirus getestet werden.

"Bisher gibt es zwar keine bekannten Fälle in der saarländischen Fleischindustrie, aber trotzdem gilt das Prinzip der Prävention. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, umfangreiche Testungen durchzuführen", sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

Nicht vergleichbar mit anderen Bundesländern

Im Saarland gebe es in der Fleischverarbeitung viele mittelständische Unternehmen. Die Situation sei also nicht vergleichbar mit der in anderen Bundesländern, wo Fleischkonzerne betroffen sind. "Dennoch haben wir bereits vor Wochen in unseren Betrieben engmaschige Arbeitsschutz- und Hygienekontrollen durchgeführt. Mit den Testungen schließen wir jetzt eine Lücke im System", so Umwelt- und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD).

Die Saar-FDP Saar begrüßt die Einführung flächendeckender Coronatests in der Fleischindustrie. Der stellvertretende Landesvorsitzende, Helmut Isringhaus, fordert diese ebenfalls für Risikopatienten und Menschen in besonders infektionsgefährdeten Berufen mit engem Menschenkontakt wie beispielsweise Ärzte, Pfleger, Erzieher, Lehrer oder Polizisten.

Angesichts der massenhaften Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben in NRW und Niedersachsen hat die Gewerkschaft NGG bereits vor einigen Tagen breit angelegte Testungen in den größeren saarländischen Fleischbetrieben gefordert.

In den 151 fleischverarbeitenden Betrieben im Saarland arbeiten rund 220 Leiharbeiter, überwiegend aus Rumänien und Ungarn. Allein 180 von ihnen sind beim größten saarländischen Schlachtbetrieb beschäftigt. Dort werden 2500 Tiere im Jahr geschlachtet.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 30.06.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja