Reisebus, Demo (Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa)

170 Millionen Euro für die Reisebus-Branche

mit Informationen von Sarah Sassou   17.06.2020 | 18:59 Uhr

Saarländische Reisebusunternehmen haben sich am Mittwoch an einem Aktionstag in Berlin beteiligt, um auf ihre angespannte Lage aufmerksam zu machen. Nach dem monatelangen Verbot von Busreisen in der Corona-Krise sollen die Betreiber in Kürze staatliche Hilfe erhalten. 170 Millionen Euro werden dafür noch in den geplanten Nachtragshaushalt eingestellt, wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ankündigte.

Reisebusunternehmen protestieren in Berlin
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 17.06.2020, Länge: 04:01 Min.]
Reisebusunternehmen protestieren in Berlin

Der Bundestag stimmt voraussichtlich übernächste Woche über den Haushalt ab. Dann könnten die Betriebe im Juli auf das Geld zugreifen, sagte Scheuer. Der Geschäftsführer des saarländischen Landesverbands für das Verkehrsgewerbe, Hartwig Schmidt, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Er sei nun guter Dinge, dass die angekündigten Staatshilfen die Situation der Reisebus-Branche entspannen werden. Es gehe nun darum, einen fairen Verteilungsschlüssel auszuarbeiten, damit Betriebe in Not schnell und unbürokratisch auf das Geld zurückgreifen könnten.

Rehlinger: "Bus-Branche leidet massiv unter Corona"

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) betonte, die Bus-Branche leide massiv unter Corona: "Der Einsatz der Bus-Unternehmen und der Verkehrsministerkonferenz hat sich gelohnt. 170 Millionen Euro sind nicht die Welt, aber eine Linderung der massiven finanziellen Schwierigkeiten. Die Ministerpräsidentenkonferenz ist nun gefordert, einen Flickenteppich bei den Hygienebestimmungen möglichst zu vermeiden", so die Ministerin.

Sternfahrt im Berliner Regierungsviertel

Zu dem Protest hatte die Busreise-Branche aufgerufen, weil das Konjunkturpaket der Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Rettung biete, eine Pleitewelle anrolle und vielen Traditionsbetrieben das Aus drohe. An dem Protestzug mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor als Höhepunkt beteiligten sich laut Veranstalter rund 1000 Busse von Reiseunternehmen aus ganz Deutschland. Auch 14 saarländische Bustouristikfirmen und rund 40 Reisebüros waren dabei.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 17.06.2020 berichtet.

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