Eine medizinische Mitarbeiterin mit Biontech Impfstoff (Foto: picture alliance/dpa / Robert Michael)

Saar-Ärzte drohen mit Impf-Ausstieg

  22.11.2021 | 12:44 Uhr

Nach der angekündigten Begrenzung des Impfstoffes von Biontech wollen sich offenbar viele Arztpraxen im Saarland aus den Corona-Impfungen zurückziehen. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung mit. Die Ärzte befürchten demnach ein Termin-Chaos.

Die Booster-Impfungen in Deutschland nehmen Fahrt auf. Doch durch die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs auf 30 Dosen pro Arzt zu begrenzen, droht die Impfkampagne ins Stocken zu geraten.

"Chaos in den Praxen"

Wie Kassenärztliche Vereinigung im Saarland am Montag mitteilte, denken viele niedergelassene Ärzte nun darüber nach, aus der Corona-Impfung auszusteigen. Mit der Decklung von Biontech, würge Bundesgesundheitsminister Spahn „den Impfturbo ab und verursacht Chaos in den Praxen“, heißt es in der Mitteilung.

In den saarländischen Praxen seien bereits zigtausende Impftermine für die kommenden Wochen vergeben worden. Sowohl die Ärzte als auch die Impfwilligen gingen davon aus, dass der in der Bevölkerung breit akzeptierte und bekannte Impfstoff Biontech zum Einsatz komme.

Ärzte fordern Verschiebung der Begrenzung

Mit der Begrenzung von Biontech drohten nun viele konfliktbeladene Gespräche, die zum großen Teil auch in der Praxis geführt werden müssten. „Diese Zeit und Energie fehlt für die dringend notwendigen Impfungen und geht auch zulasten der normalen Versorgung. Denn die findet in den Praxen unverändert auch statt“, heißt es in der Erklärung der KV weiter.

Was ist mit den unter 30-Jährigen?

Um das große Chaos zu vermeiden fordern die Ärzte von Spahn, die Kontingentierung um einige Wochen zu verschieben. Die vorliegenden Zahlen zu Impfstoffmengen aus dem Bundesgesundheitsministerium ließen eine solche Verschiebung zu. Nur so könnten sich die Praxen darauf vorbereiten. Zudem sei seitens der Politik noch nicht geklärt, was mit denjenigen Menschen passiere, die nicht mit Moderna geimpft werden dürften.

Zuletzt hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) erklärt, dass Moderna nur für Menschen ab 30 und nicht für Schwangere empfohlen werde.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.11.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja