Saarbrücker Hefte (Foto: SR)

Fortbestand der „Saarbrücker Hefte“ gesichert

  30.06.2020 | 12:55 Uhr

Die „Saarbrücker Hefte“ können vorerst weitermachen: Nach Angaben des Trägervereins fördert das saarländische Kultusministerium die älteste Kulturzeitschrift des Saarlandes in diesem Jahr mit 6000 Euro. Einen Zuschuss aus dem Corona-Hilfsfonds der Stadt Saarbrücken will der Verein nicht beantragen – entgegen der Empfehlung des Kulturdezernats.

Die Existenz der „Hefte“ war Mitte Mai in Gefahr geraten, nachdem es Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) abgelehnt hatte, die Praxis seiner Amtsvorgängerin Charlotte Britz (SPD) fortzuführen und die Zeitschrift aus dem persönlichen Verfügungsfonds des OB zu unterstützen. Von dort hatten die „Saarbrücker Hefte“ bis dahin jährlich 10.000 Euro erhalten.

Bemühen um alternative Modelle

Nun ist die Existenz der Zeitschrift zumindest bis zum Winter gesichert, wenn mit Heft 122 die übernächste Ausgabe erscheinen soll. Zusätzlich zu den 6000 Euro Druckkostenzuschuss durch das Kultusministerium erhält der Trägerverein noch 2500 Euro von der Saarland-Sporttoto GmbH. Außerdem seien viele Spenden eingegangen, so die Redaktion, und neue Abonnenten habe man auch gewinnen können. Nichtsdestotrotz bemühe man sich weiter um alternative Finanzierungsmodelle.

Die „Saarbrücker Hefte“ waren 1955 vom Kulturamt der Landeshauptstadt gegründet und bis 2006 aus dem regulären Haushalt der Stadt finanziert worden. Die damalige Rathauskoalition aus CDU und FDP machte dem damals ein Ende, Britz sprang ein. Die vor wenigen Wochen getroffene Entscheidung, die „Hefte“ auch aus diesem Topf nicht weiter zu fördern, hatte der amtierende OB Conradt mit der Corona-Krise und den daraus resultierenden, nicht absehbaren Kosten begründet.

Kritik an Jamaikakoalition

Vergangene Woche schließlich empfahl eine Vertreterin des Kulturdezernats der Stadt, einen Antrag auf Unterstützung in gleicher Höhe wie die bisherige Förderung aus dem Corona-Hilfsfonds der Stadt zu stellen. Die Redaktion lehnt dies aber ab. Anders als viele Künstler, die zum Beispiel nicht mehr auftreten könnten, seien die „Hefte“ nicht durch die Pandemie in Bedrängnis geraten, sondern allein durch die Entscheidung des Oberbürgermeisters.

Auch die Ablehnung einer von SPD, Linken und Die Partei im Stadtrat beantragten neuerlichen Förderung aus dem Haushalt durch die Jamaikakoalition stößt bei den Machern der „Hefte“ auf Kritik. Union, FDP und Grüne hatten ihr Nein damit begründet, es müsse zunächst geprüft werden, ob es sich bei der Zeitschrift tatsächlich um Kultur handele. „Einen vergleichbar absurden Fall hat es in der Landeshauptstadt bisher wohl noch nicht gegeben“, teilte die Redaktion mit.

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