Blick von oben auf die Dillinger Hütte (Foto: SR Fernsehen)

Deindustrialisierung beim Klimaschutz vermeiden

Florian Mayer   23.09.2019 | 18:03 Uhr

Sie war ein Kraftakt – die Einigung im Bund auf das Klimapaket. CO2-Bepreisung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas, eine Erhöhung der Pendlerpauschale, Kaufprämien für E-Autos, billigere Zug- und teurere Flugtickets. All das soll helfen, die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Die Landtagsfraktionen fordern, dass bei alledem nicht die Stahlindustrie und die Verbraucher unter die Räder kommen.

Das mache Lust auf Klimaschutz - so das Resümee von CDU-Fraktionschef Alexander Funk zum Klimapaket der Großen Koalition im Bund. Es sei wichtig, jeden bei diesem Thema mitzunehmen und auch dafür zu sorgen, dass durch die Maßnahmen keine Industrie-Arbeitsplätze verloren gehen. Ein Punkt, den auch der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Commerçon betont - und zum Anlass nimmt, CDU-Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier scharf zu kritisieren. Der finde in der ganzen Debatte nicht statt. Klimaschutz und Industriepolitik müssten aber zusammen gedacht werden – vor allem mit Blick auf die Stahlbranche im Saarland. Altmaier müsse nun endlich anfangen zu arbeiten, sagte Commerçon.

Video [aktueller bericht, 23.09.2019, Länge: 3:14 Min.]
Klimaschutz: Saar-Fraktionen für Stärkung der Stahlindustrie

Dass durch einen höheren CO2-Preis der saarländische Stahl durch Billigstahl aus Nicht-EU-Ländern verdrängt werden könne, fürchtet auch Linken-Chef Oskar Lafontaine. Eine stärkere Förderung klimafreundlicher Technologien sei deshalb dringend notwendig, sonst drohe eine Deindustrialisierung. Ein radikales Urteil fällt Saar-AfD-Chef Joseph Dörr. Die Politik hinter dem Klimapaket hat seiner Ansicht nach das Potenzial die saarländische Industrie "auszurotten".

Video [aktueller bericht, 23.09.2019, Länge: 3:25 Min.]
Kritik am geplanten Klimapaket

Hintergrund

Bundesregierung beschließt Klima-Paket
Benzin wird teurer, Pendlerpauschale steigt [20.09.2019]
Die Große Koalition im Bund hat sich auf Maßnahmen zum Klimaschutz geeinigt. Die Kosten für den CO2-Ausstoß sollen steigen, im Gegenzug soll es Entlastungen geben. Die saarländische Regierung hofft auf Vorteile für das Land.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 23.09.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja