Eine Frau steht in ihrer Wohnung an einem Fenster. (Foto: picture alliance/dpa | Fabian Sommer)

Debatte um Ende der Corona-Isolationspflicht

  26.07.2022 | 19:00 Uhr

Derzeit wird bundesweit erneut über das Ende der Isolationspflicht bei einer Corona-Infektion diskutiert. Die Bundes-FDP will mehr auf Eigenverantwortung setzen. Die Saar-FDP schlägt individuelle Isolationslösungen abhängig vom Arbeitsplatz vor.

Wie lange sich Corona-Infizierte isolieren, soll nach dem Wunsch der Saar-FDP künftig nicht mehr staatlich vorgeschrieben werden. Nicht in jedem Fall sei eine Isolation von mehr als fünf Tagen notwendig, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Helmut Isringhaus.

Stattdessen plädierte der FDP-Vizechef im Saarland dafür, die Isolationsdauer vom jeweiligen Arbeitsplatz abhängig zu machen. Isringhaus sagte, er halte es für unproblematisch, wenn Infizierte ohne Symptome arbeiten gingen – sofern sie keinen Kontakt mit gefährdeten Gruppen hätten.

Ampel-Koalition uneinig

In der Ampel-Koalition herrscht derzeit Uneinigkeit, wie es mit der Isolationspflicht weitergehen soll. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht sich für den Erhalt der Isolationspflicht aus. Auch die Grünen wollen die Regel erhalten.

Die Bundes-FDP ist hingegen für die Aufhebung der geltenden Regeln und will mehr auf Eigenverantwortung setzen. Am Wochenende hatte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, ein Ende der Isolationsbestimmungen gefordert.

Freiwillige Isolation bereits im Frühjahr Thema

Eine Quarantäne auf freiwilliger Basis war bereits Anfang April im Gespräch. Bundesgesundheitsminister Lauterbach war nach Kritik jedoch zurückgerudert.

Stattdessen wurde die Isolationspflicht unter bestimmten Voraussetzungen auf fünf Tage verkürzt. Diese Regelung gilt im Saarland seit Anfang Mai.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 26.07.2022 berichtet.

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