Ein Mitarbeiter läuft an einem Lager für Produktionswerkzeug vorbei. (Foto: picture alliance/Sina Schuldt/dpa)

Prognose: Saar-Wirtschaft schrumpft um 15 Prozent

Karin Mayer   14.05.2020 | 12:27 Uhr

Die Industrie- und Handelskammer erwartet, dass die Saar-Wirtschaft infolge der Corona-Krise um 15 Prozent schrumpfen wird. Hauptgeschäftsführer Heino Klingen sagte dem SR, Konjunkturschwankungen fielen im Saarland stärker aus als in anderen Bundesländern.

Die  saarländische Wirtschaft ist stark exportorientiert, so die IHK. Die Handelspartner seien ebenfalls vom Corona-Stillstand getroffen. Deshalb seien vom Export keine Impulse zu erwarten. Zudem seien die Verbraucher durch Kurzarbeit und den Anstieg der Arbeitslosigkeit verunsichert. Damit falle der private Konsum als Konjunkturstütze weg.

Wirtschaftsprognose der Industrie und Handelskammer
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 14.05.2020, Länge: 02:00 Min.]
Wirtschaftsprognose der Industrie und Handelskammer

Bedenklich sei zudem die Situation der Kommunen. Die Gewerbesteuer breche massiv weg, öffentliche Investitionen würden aber in der Krise gebraucht, um die Wirtschaft zu stützen. Die Finanzmarktkrise hatte zu einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im Saarland um 10,6 Prozent geführt. Aktuell seien wesentlich mehr Branchen und Beschäftigte vom Konjunktureinbruch betroffen, so Klingen. Deshalb werde der Corona-Stillstand auch stärkere Auswirkungen haben. 

Betriebe versuchen ihre Mitarbeiter zu halten

IHK-Prognose: Saar-Wirtschaft schrumpft voraussichtlich um 15 Prozent
Audio [SR 3, Karin Mayer, 14.05.2020, Länge: 02:51 Min.]
IHK-Prognose: Saar-Wirtschaft schrumpft voraussichtlich um 15 Prozent

Dennoch ist Heino Klingen für die Beschäftigungsentwicklung optimistischer. Die Unternehmen hätten die Erfahrung gemacht, dass es schwer sei, Fachkräfte zu finden. Er gehe deshalb davon aus, dass die Betriebe alles tun werden, um ihre Mitarbeiter zu halten. 

Die IHK hält wirtschaftspolitische Maßnahmen für notwendig. So müssten die Kommunen entschuldet werden, damit Infrastrukturinvestitionen durchgeführt werden können. Sie seien jetzt wichtig, um die Wirtschaft anzukurbeln, so IHK Präsident Hanno Dornseifer. Der private Konsum müsse durch steuerliche Entlastungen gefördert werden. 

Bundesweit Rückgang um 6,3 Prozent erwartet

Die Bundesregierung erwartet für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,3 Prozent. Die EU-Kommission geht von einem Minus von 6,5 Prozent aus. Wirtschaftsprognosen sind Schätzungen, sie werden regelmäßig nach oben und unten korrigiert. 

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 14.05.2020 berichtet.

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