Eine britische und eine europäische Flagge wehen vor dem Londoner Parlament. (Foto: Andres Pantoja/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa-Bildfunk)

Saar-Wirtschaft hofft auf Brexit-Abkommen

Karin Mayer / Onlinefassung: Axel Wagner   18.10.2019 | 12:29 Uhr

Auch wenn nach wie vor unsicher ist, ob das britische Parlament das neue Abkommen zwischen der EU und Großbritannien absegnet: Die Saar-Wirtschaft hofft auf einen Brexit mit Deal.

Ein Brexit mit Abkommen ist für den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK), Heino Klingen, die bessere Lösung. Damit bestehe die Chance, dass die Zollbeziehungen zu beiderseitigem Vorteil geregelt werden könnten. Ein Austritt ohne Deal würde dagegen Lieferketten in der Autoindustrie von heute auf morgen unterbrechen, so Klingen. Das hätte eine schockartige Wirkung im Fahrzeugbau. Weil die Exporte aus dem Saarland nach Großbritannien bereits um ein Drittel gesunken sind, sprach Klingen sich dafür aus, Unternehmen bei der Suche nach neuen Absatzmärkten zu unterstützen und wieder Markterkundungsreisen durchzuführen.

„No Deal“ bringt mehr Belastung

Saar-Wirtschaft hofft auf Brexit-Abkommen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 18.10.2019, Länge: 03:09 Min.]
Saar-Wirtschaft hofft auf Brexit-Abkommen

Der Betriebsratsvorsitzende von Ford in Saarlouis, Markus Thal, betonte, ein Brexit ohne Abkommen bedeute eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen. Die Autoindustrie stehe ohnehin vor großen Herausforderungen. Es sei jetzt wichtig, die Jobs in der Branche mit einer positiven Brexit-Vereinbarung zu sichern.

Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes, Oswald Bubel, sagte dem SR, der Brexit habe schon jetzt so manches Geschäft verhagelt. Eine Vereinbarung sei wichtig, weil die Unsicherheit damit beendet werde. Allerdings sei es nach wie vor unsicher, ob die Parlamente in Großbritannien und in der EU das Abkommen annähmen.

Exporte um ein Drittel eingebrochen

Die Saar-Wirtschaft hat seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2015 ein Drittel der Exporte nach Großbritannien eingebüßt. Weil das britische Pfund an Wert verloren hat, wurden weniger Fahrzeuge aus dem Saarland nach Großbritannien verkauft.

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Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 18.10.2019 berichtet.

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