Eine medizinische Fachangestellte setzt bei einem Probedurchlauf im Impfzentrum Bamberg bei einer Dame die Kanüle zur Impfung an. (Foto: picture alliance/dpa / Nicolas Armer)

Saar-AfD schließt sich Leopoldina-Kritik an

  02.01.2021 | 13:24 Uhr

Die Nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, hat der Bundesregierung Fehler bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen vorgeworfen. Das Akademie-Mitglied Frauke Zipp sprach in der Zeitung "Die Welt" von schweren Versäumnissen. Ihrer Meinung nach hätte die Bundesregierung im Sommer mehr Impfstoff auf Risiko bestellen müssen. Dieser Kritik schließt sich auch die Saar-AfD an.

Die AfD-Fraktion im Saarländischen Landtag fordert die Landesregierung auf, für ausreichend Impfstoff zu sorgen. Zunächst sollten Krankenhauspersonal, Pflegekräfte, Polizisten, Feuerwehr und alle Personen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen, im Saarland geimpft werden. "Wenn medizinisches Personal massenhaft in Quarantäne muss, wird die Lage in den nächsten Monaten außer Kontrolle geraten", sagte der Fraktionsvorsitzende Josef Dörr.

Bisher mehr als 2700 Saarländer geimpft

Das bisherige System der Impfterminvergabe habe "total versagt" und sei eine Zumutung für ältere Menschen, so Dörr. Bei der Vergabe der ersten Impftermine im Saarland hatte es im Dezember erhebliche Probleme gegeben.

Auch die Saar-FDP kritisiert das bisherige Verfahren und bezeichnet es als "Windhundprinzip". "Die Schnelligkeit der Anmeldung ist kein vernünftiges Priorisierungskriterium. Da bleiben ältere Menschen, die zu Hause wohnen und keine computeraffinen Enkel haben, auf der Strecke", kritisiert der stellvertretende Landesvorsitzende der Saar-FDP, Helmut Isringhaus. Es sei auch völlig unverständlich, dass sich medizinisches Fachpersonal – wie jeder andere – in die Warteschlange der Telefon-Hotline und des Impfzentrums einreihen müsse. Isringhaus hält es dagegen für sinnvoller, wenn direkt in den Krankenhäusern Impfungen stattfänden.

Die Lieferung von weiteren Impfdosen wird im Saarland für den 8. Januar erwartet. Ab Mitte Januar soll es voraussichtlich weitere Termine für Impfungen gegen das Coronavirus geben. Laut Robert Koch-Institut sind bis zum 1. Januar insgesamt 2716 Menschen im Saarland geimpft worden.

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