Flughafen Frankfurt-Hahn: Tower mit Ryanair-Maschine auf dem Rollfeld (Foto: Frankfurt-Hahn Airport)

Ryanair dünnt Flugplan am Hahn massiv aus

  01.05.2019 | 10:41 Uhr

Die Fluggesellschaft Ryanair streicht zahlreiche Verbindungen über den Flughafen Hahn. Ryanair begründet das mit hohen Steuern und einer geringeren Nutzung.

Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, zum kommenden Winterfahrplan würden insgesamt 16 Strecken von und zu dem Flughafen im Hunsrück angeboten. Im Winterfahrplan 2018/19 waren es nach Angaben der Bürgerinitiative gegen den Nachtflughafen Hahn noch 29 Flugziele. Nicht mehr im neuen Plan stünden unter anderem Flüge nach Palma de Mallorca, Lanzerote, Gran Canaria, Faro, Lissabon, London-Stansted und Pisa. Mit Palermo und Kiew sind allerdings auch neue Ziele hinzugekommen.

Ryanair verkleinert Flugplan
Audio [SR 3, Studiogespräch: Karin Mayer / Susanne Blank, 02.05.2019, Länge: 01:50 Min.]
Ryanair verkleinert Flugplan

Hohe Steuern und "schwache Performance"

In einer Stellungnahme der Fluggesellschaft heißt es, die vom Land und vom Bund erhobenen Steuern seien ein Vielfaches der Flughafengebühren und beeinträchtigten die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Hahn. "Dieser Faktor in Verbindung mit der schwachen Performance einer Reihe von Strecken führte zu der wirtschaftlichen Entscheidung, unseren Betrieb in Hahn für den kommenden Winter zu verkleinern."

Bereits den vorangegangenen Winterflugplan und auch den aktuellen Sommerflugplan hat das Unternehmen deutlich ausgedünnt. Da Ryanair der wichtigste Kunde an dem Hunsrück-Flughafen ist, macht sich das direkt in den Passagierzahlen bemerkbar. Sie gingen im ersten Quartal nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel zurück.

Passagieraufkommen hat sich halbiert

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Passagieraufkommen am Hahn auf zuletzt zwei Millionen Fluggäste jährlich nahezu halbiert. Das Frachtaufkommen ist im gleichen Zeitraum um 30 Prozent zurückgegangen.

Seit einiger Zeit starten die Maschinen des Billigfliegers zunehmend auch von den umliegenden Flughäfen Luxemburg, Frankfurt/Main und Köln/Bonn. Im Herbst war sogar über einen kompletten Rückzug der irischen Fluggesellschaft vom Hunsrück-Flughafen spekuliert worden. Das Unternehmen hatte entsprechende Berichte allerdings dementiert.

Der Flughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Mischkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 30.04.2019 berichtet.

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