Ruth Meyer (Foto: SR)

Ruth Meyer tritt Amt als LMS-Direktorin an

  01.05.2020 | 20:51 Uhr

Ruth Meyer ist seit Freitag die neue Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland (LMS). Nach langem Streit um das Auswahlverfahren des Direktorenpostens will sie im Amt eigene inhaltliche Akzente setzen.

Das Verwaltungsgericht in Saarlouis hatte Anfang April Meyers Wahl zur LMS-Direktorin gebilligt, nachdem der bei der Wahl im Januar unterlegene Bewerber Jörg Ukrow Klage eingereicht hatte. Ukrow, die Linke und Medienrechtler hatten damals das Auswahlverfahren zum LMS-Direktorenposten kritisiert, weil die Saar-CDU bereits vor der offiziellen Ausschreibung der Stelle Ruth Meyer nominiert hatte.

Im Amt möchte Meyer nun unter anderem die LMS als Kompetenzzentrum für Digitalisierung- und Medienbildung weiter ausbauen. Die LMS wolle auch in Zukunft "der Ansprechpartner für Saarländer in Sachen Medienkompetenzvermittlung" sein.

Kampf gegen Cybermobbing

In Zeiten von Corona habe die LMS ihr Programm auf Internet-Seminare umgestellt. "Gerade haben uns die coronabedingten Beschränkungen gezeigt, was neue Medien zu leisten vermögen", sagte Meyer. Die neuen Medien hätten in Corona-Zeiten Großeltern und Enkel zusammengebracht und Gremien über Videokonferenzen arbeitsfähig gehalten.

Besonders stark will sich Meyer für den Jugendmedienschutz im Internet einsetzen: "Ob Cybermobbing, Cybergrooming, politischer Extre­mismus oder andere unzulässige und entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte, die Gefährdungslage ist trotz bestehender rechtlicher Vor­gaben sehr hoch."

Autokinos als Übergangslösung

Die LMS sei außerdem für die Förderung des Medien- und Medienforschungsstandorts Saarland zuständig. Zum Schutz der coronabedingt geschwächten Kinolandschaft hat Meyer daher eine Initiative auf den Weg gebracht. Sie will die sogenannte Abspielförderung mit einem Budget hinterlegen, das die Notlage der saarländischen Kinos abfedern soll. Zudem hätten übergangsweise fünf Standorte im Saarland Autokinos beantragt, um Filme in Kooperation mit den lokalen Kinos ohne Gesundheitsgefährdung in Corona-Zeiten vorzuführen.

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