Mountainbike (Foto: dpa)

Runder Tisch zu Mountainbike-Strecken im Saarland

Markus Person / Onlinefassung: Axel Wagner   20.08.2020 | 12:59 Uhr

In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Streit um illegale Mountainbike-Strecken in saarländischen Wäldern gegeben. Um die Situation zwischen Radfahrern, Spaziergängern und dem Saarforst-Landesbetrieb zu entschärfen, hat das Umweltministerium alle Interessengruppen an einem runden Tisch versammelt. Am Donnerstagmorgen wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Es wird enger in den saarländischen Wäldern: Mehr Spaziergänger und Wanderer wollen sich in der Natur erholen – und immer mehr Mountainbiker suchen die sportliche Herausforderung, oft auch auf nicht offiziellen, selbstgebauten Strecken. Deshalb lauten die wichtigsten Botschaften des Runden Tischs „Mountainbike“, zu dem das Umweltministerium eingeladen hatte: Respekt - voreinander und mit- statt gegeneinander.

Video [aktueller bericht, 20.08.2020, Länge: 3:27 Min.]
Mountainbiking: Runder Tisch soll Lösungen finden

Kampagne für faires Miteinander

Dafür plant das Umweltministerium nun eine entsprechende Kampagne. Sie soll Verhaltensregeln für ein faires Miteinander im Wald und legale Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten aufzeigen. Dafür sind zunächst Arbeitsgruppen mit allen Beteiligten geplant, darunter das Sportministerium, die Kommunen und Landkreise, die Interessensgemeinschaft Mountainbike Saar, die unterschiedlichen Waldbesitzer, der Tourismus und der saarländische Radfahrerbund.

Dessen Präsident Leander Wappler hofft, dass es so gelingt, Spannungen zwischen den verschiedenen Interessengruppen abzubauen. Das bedeute aber auch, „dass wir gegen Wildwuchs angehen müssen, weil das eben nicht der respektvolle Umgang miteinander ist.“ Es brauche verbindliche Trägerstrukturen. Trails, also Mountainbike-Strecken, müssten in einer Form legalisiert werden, „dass alle damit leben können, ob das der organisierte Sport ist, aber auch der Freizeitsport“.

Trails legalisieren

Runder Tisch zu Mountainbikestrecken im Saarland
Audio [SR 3, Markus Person, 20.08.2020, Länge: 03:05 Min.]
Runder Tisch zu Mountainbikestrecken im Saarland

Dass die Beteiligten hier vor einer großen Aufgabe stehen, verdeutlichen Zahlen: Bei rund 93.000 Hektar Waldfläche sei es schlicht nicht möglich, alle illegal angelegten Strecken in den Saar-Wäldern aufzuspüren. Und ist ein illegaler Trail weg, sind an einer anderen Stelle vielleicht schon zwei neue entstanden.

Deshalb sei es nun zunächst das Ziel, so Umweltstaatssekretär Sebastian Thul, dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, wo Vereine oder die Interessensgemeinschaft Mountainbike dahinter stehen, in einen Dialog einzutreten. Das Ziel: diese Trails bestehen zu lassen. „Und da, wo sie illegal gebaut werden, wo niemand Verantwortung übernehmen will, da werden wir weiterhin konsequent zurückbauen.“

Friedliches Zusammentreffen

Tim Maus, der für die Interessensgemeinschaft Mountainbike Saar am Runden Tisch teilgenommen hat, glaubt, dass nun ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht worden ist. Die Interessengemeinschaft will ihr Netzwerk in der saarländischen Mountainbike-Community nutzen, um gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Außerdem, so Maus, sei die Situation im Wald zwischen den verschiedenen Interessengruppen gar nicht so dramatisch.

„Wir haben in der überwiegenden Anzahl positive Zusammentreffen mit unterschiedlichen Interessensvertretern im Wald, ob das jetzt Spaziergänger sind, Reiter, Jäger, Forst, Hundebesitzer“, sagt Maus. „In der Regel läuft das positiv und friedlich ab. Das bedarf aber natürlich auch einem gegenseitigen Respekt von allen Seiten.“

In einigen Wochen wollen Wirtschafts- und Umweltministerium die Arbeitsgruppen vorstellen. Anfang kommenden Jahres soll dann bereits ein Konzept vorgestellt werden, das eine Übersicht über legale Mountainbikestrecken im Saarland bietet und zeigt, wie ein friedlicher Miteinander im Wald gewährleistet werden kann.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 20.08.2020 berichtet.

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