Ein Junge aus der Ukraine schreibt im Deutschunterricht Vokabeln in sein Heft. Daneben liegt eine kleine Zuckertüte, die er am ersten Schultag zur Begrüßung erhalten hat. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Waltraud Grubitzsch)

Geflüchtete Kinder müssen Saar-Schulen besuchen

Steffani Balle / Onlinefassung: Anne Staut   23.03.2022 | 18:00 Uhr

Bei einem digitalen runden Tisch haben sich das Bildungsministerium und zahlreiche weitere Akteure am Mittwoch mit der Bildungsintegration ukrainischer Kinder und Jugendlicher befasst. Ein Thema war dabei unter anderem, dass die ukrainischen Kinder und Jugendlichen am Unterricht vor Ort in Deutschland teilnehmen müssen. Extraklassen soll es keine geben.

Ukrainische Kinder im Schulalter unterliegen der allgemeinen Schulpflicht an deutschen Schulen. Darauf hat die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Mittwoch nach einem "Runden Tisch" zur Bildungsintegration ukrainischer Kinder und Jugendlicher hingewiesen.

Video [aktueller bericht, 23.03.2022, Länge: 3:32 Min.]
Geflüchtete Kinder müssen Saar-Schulen besuchen

Teilnahme am Online-Unterricht reicht nicht aus

Die von etlichen ukrainischen Jugendlichen praktizierte Teilnahme am Online-Unterricht ihrer Heimatschule decke die deutsche Schulpflicht nicht ab, so Bildungsministerin Streichert-Clivot. Außerdem stehe diese Art der Beschulung einer Integration der ukrainischen Geflüchteten entgegen. Diese sei aber oberstes Ziel.

Eine Ausnahme gibt es für Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihr Abitur in der Ukraine absolvieren würden. Sie dürfen das Online-Angebot aus der alten Heimat beanspruchen und ihre Prüfung ablegen, ohne zwangsläufig eine deutsche Schule zu besuchen.

Ukrainische Schulkinder - Ankommen im Saarland
Audio [SR 3, Steffani Balle, 24.03.2022, Länge: 03:04 Min.]
Ukrainische Schulkinder - Ankommen im Saarland

Keine Extraklassen für ukrainische Schüler

Beschluss des Runden Tisches aus Ministerium, Schulträgern, Ärzten und Therapeuten ist außerdem, das Erlernen der Sprache zu erleichtern, indem mehr Sprachförderlehrer eingestellt und die ukrainischen Kinder auf unterschiedliche Klassen verteilt werden. Rein ukrainische Klassen, wie es die ukrainische Bildungsministerin wohl gefordert habe, werde es nicht geben, betonte Streichert-Clivot.

Derzeit besuchen 172 ukrainische Schülerinnen und Schüler eine Schule im Saarland. 69 Kinder gehen auf eine Grundschule. 87 Schüler werden an Gemeinschaftsschulen unterrichtet, 13 an einem Gymnasium. An der Förderschule ist eine Person untergebracht, an der Berufsschule zwei.

Video [aktueller bericht, 23.03.2022, Länge: 3:35 Min.]
Marc André Müller: „Wir würden gerne an dem System der Integration festhalten“

Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche erwartet

In der Landesaufnahmestelle Lebach angekommen sind nach Auskunft durch das Innenministerium allerdings schon jetzt mehr als 500 Kinder und Jugendliche. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass in den kommenden Monaten mehrere Tausend ukrainische Kinder und Jugendliche in das saarländische Bildungssystem integriert werden müssen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 23.03.2022 berichtet.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja