Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs für Kinder teil. (Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd)

DLRG fordert Unterstützung für Schulschwimmen

mit Informationen von Marc Drumm   24.06.2021 | 19:57 Uhr

Die Förderung des Sportministeriums für das Projekt „Sicher. Unserer Kinder lernen schwimmen“ wird gut angenommen. Rund die Hälfte der Fördergelder für Schwimmkurse sind schon abgerufen. Die DLRG-Saar fordert jedoch, dass neben dem Vereinsschwimmen auch das Schulschwimmen gefördert wird.

Ende April hatte das Sportministerium die Aktion verkündet, um der Entwicklung entgegenzuwirken, dass immer weniger Kinder im Grundschulalter sicher schwimmen können. Dieser Zustand hat sich durch die Corona-Pandemie und damit geschlossenen Schwimmbädern noch verschlimmert.

Düstere Bäder- und Schwimmkurssituation

Laut eines Videos des DLRG gab es knapp 70 Prozent weniger Seepferdchen während der Pandemie, jedes vierte Grundschulkind habe keinen Schwimmunterricht mehr. Zudem hätten sich die Wartezeiten für Anfängerkurse verdoppelt, so dass Interessierte momentan teilweise länger als zwei Jahre warten müssen.

Video [aktueller bericht, 24.06.2021, Länge: 3:28 Min.]
DLRG für mehr Förderung beim Schulschwimmen

„Die Situation ist wirklich dramatisch. Wir haben jetzt zwei ganze Jahrgänge, die wir noch zusätzlich ausbilden müssen und das wird jetzt richtig schwierig“, sagt Oliver Zangerle vom Vorstand der DLRG Saar.

Schimmkursprojekt für Vereine

Das Sportministerium will Abhilfe schaffen und hat ab dem 1. Mai das Projekt „Sicher. Unsere Kinder lernen schwimmen“ gestartet. Dabei konnten Schwimmvereine, Kommunen, aber auch private Anbieter, Schwimmkurse beantragen. Mit bis zu 75 Euro pro Kind sollen die Kurse in den Sommerferien gefördert werden.

Das Projekt findet Anklang - bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden nach Angaben des Sportministers Klaus Bouillon rund 140 Schwimmkurse beantragt, was einer Fördersumme von circa 93.000 Euro entspricht.

Zudem wurden 27 Anträge auf die Ausbildung von Schwimmtrainerinnen und Schwimmtrainern gestellt – mit einer Fördersumme von circa 8000 Euro. Insgesamt wird das Schwimmkurs-Projekt mit 250.000 bezuschusst: 200.000 Euro stehen für Schwimmkurse zur Verfügung, 50.000 für die Ausbildung.

Neun Bäder durch Förderung geöffnet

Zudem hat das Sportministerium nun – aufgrund langer Wartelisten bei den Kursanbietern und geringer Schwimmbad-Kapazitäten – eine zusätzliche Förderung von 500.000 Euro für die Öffnung von Hallenbädern bereitgestellt.

Neun Bäder wurden geöffnet – in Dillingen, Perl, Beckingen, Saarlouis, Saarbrücken, Blieskastel, St. Wendel, Lebach und ab dem 1. Juli auch Völklingen. Sie werden explizit für Schwimmkurse und die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern genutzt.

DLRG will Unterstützung für Schulschwimmen

In den meisten Fällen sind für die DLRG ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer im Einsatz. Das reicht nach Angaben der Lebens-Rettungs-Gesellschaft aber nicht mehr aus. Darum wurden zwei hauptamtliche Trainer eingestellt. Sie sollen das Schulschwimmen unterstützen.

„Sicher! Unsere Kinder lernen schwimmen“
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 24.06.2021, Länge: 04:11 Min.]
„Sicher! Unsere Kinder lernen schwimmen“

Diese Stellen sollten zunächst nicht durch das Ministerium gefördert werden. Eine Enttäuschung für die DLRG. Jetzt hat das Bildungsministerium doch zum Gespräch geladen. Eventuell gibt es zusätzlich zur Unterstützung des Vereinschwimmens auch Unterstützung für das Schulschwimmen.

Schulschwimm-Projekt des LPH

Neben der Aktion des Sportministeriums hat auch das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) ein Projekt zur Förderung von Schwimmkursen ins Leben gerufen: die "Projekttage Schulschwimmen" im Saarland. Grundschulen können sich dafür anmelden und erhalten dann Unterstützung bei der Durchführung von Schwimmkursen.

Über dieses Thema ist auch in der SR Fernsehsendung "Aktueller Bericht" vom 24.06.2021 berichtet.

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