Werbeflaggen mit dem Parteilogo der Grünen (Foto: picture alliance / dpa | Stefan Sauer)

Parteiinterner Streit bei den Grünen spitzt sich zu

mit Informationen von Janek Böffel   16.06.2021 | 19:55 Uhr

Kurz vor der Wahl eines neuen Landesvorsitzenden am kommenden Wochenende spitzt sich der parteiinterne Streit bei den Saar-Grünen zu. Mehrere Mitglieder legen ihre Ämter nieder, darunter die Co-Kreisvorsitzende der Grünen im Saarpfalz-Kreis, Yvette Stoppiera-Wiebelt sowie zwei Mitglieder des Landesvorstandes.

Gleich drei Rücktritte am selben Tag und das zwar nicht in der allerersten Reihe der Partei, aber doch mindestens in der mittleren Führungsebene. Der gemeinsame Nenner in allen drei Begründungen: Ex-Landeschef Hubert Ulrich und die aktuellen Personalplanungen vor dem anstehenden Parteitag am Sonntag. 

"Klüngelrunden und Ausgrenzungen"

Yvette Stoppiera-Wiebelt begründet ihren Rücktritt mit einer "drohenden Spaltung" der saarländischen Grünen, die sie nicht mittrage. Sie kritisierte, dass es zu "Klüngelrunden und Ausgrenzungen" komme und dass der Ex-Landesvorsitzende Hubert Ulrich wieder hoffähig gemacht werde. Das schrecke vor allem jüngere Mitglieder ab.

Zum Streit bei den Saar-Grünen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger/Janek Böffel, 17.06.2021, Länge: 04:02 Min.]
Zum Streit bei den Saar-Grünen

Kritik äußerte Stoppiera-Wiebelt auch an der Kandidatur des Grünen-Fraktionschefs im Kreistag des Saarpfalz-Kreises, Ralph Rouget, für das Amt des Landesvorsitzenden. In diese Entscheidung sei sie als Grünen-Kreisvorsitzende nicht eingebunden worden.

Weitere Rücktritte im Landesvorstand

Neben Stoppiera-Wiebelt kündigten auch der St. Ingberter Adam Schmitt und Christoph Küntzer aus Bous ihren Rückzug an. Beide legten ihre Mandate als Beisitzer im Landesvorstand nieder und begründeten ihren Schritt ähnlich, wählten aber schärfere Worte als Stoppiera-Wiebelt.

Küntzer teilte mit: "Ich kann den spalterischen Kurs, den die Troika Hubert Ulrich, Yve Brück und Barbara Meyer auf Landesebene eingeschlagen hat, nicht mitgehen." Im Zusammenhang mit dem zeitweisen Ausschluss der Presse bei der Delegiertenwahl in Saarlouis sprach er gar von Hinterzimmer-Politik im Stile der AfD. Schmitt sprach von einem "Virus Ulrich Grün", das die Partei erneut befallen habe.


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Der Partei-interne Streit bei den Grünen im Saarland spitzt sich offenbar zu. Die Grünen-Chefin im Saarpfalz-Kreis, Yvette Stoppiera-Wiebelt, ist von ihrem Amt zurückgetreten. Im Mai bereits hatte die "Grüne Jugend Saar" bereits deutliche Kritik am Landesverband geübt. Der scheidende Landesvorsitzende Markus Tressel sieht das als eine Zeit des Umbruchs, in der es auch zu Verwerfungen kommen könne.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 16.06.2021 berichtet.

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