Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Durchsuchungen im Umfeld der Rudi-Kappés-Stiftung

  22.08.2019 | 15:54 Uhr

Im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten bei der Rudi-Kappés-Stiftung für bedürftige Saarländer hat es am Mittwoch mehrere Durchsuchungen gegeben. Im Fokus der Ermittlungen stehen nach Angaben der Saarbrücker Staatsanwaltschaft der Mitbegründer der Stiftung, Michael Arnold, sowie seine Ehefrau. Es bestehe der Verdacht der Untreue.

Nachdem in den ersten Jahren nach Stiftungsgründung noch jährlich Bilanzen vorgelegt wurden, wurden seit 2013 keine mehr erstellt, teilte die Behörde mit. Es bestehe zum einen der Verdacht, dass die Beschuldigten mit der Kreditkarte der Rudi-Kappés-Stiftung Bargeld abgehoben haben sowie Restaurantbesuche bezahlten – beides soll nicht dem Zweck der Stiftung entsprochen haben. Darüber hinaus besteht nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass mit Stiftungsgeldern persönliche Rechnungen für private Zwecke beglichen wurden.

Ausweislich der Recherchen des Stiftungsrates seien Gelder in Höhe von 115.000 Euro vom Stiftungskonto verschwunden. Von den Beschuldigten seien im Jahr 2016 notarielle Schuldanerkenntnisse über 150.000 Euro unterschrieben worden. Es besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten Stiftungsgelder in Höhe von mindestens 115.000 Euro veruntreuten.

Im Zuge der Ermittlungen gab es nach Behördenangaben Durchsuchungen im Wohnanwesen des Beschuldigten Arnold, in seiner Consultingfirma, einer weiteren Firma, in der Arnold Unterlagen zwischengelagert haben soll sowie in einem Gästehaus, in dem der Beschuldigte derzeit übernachten soll. Es seien schriftliche Unterlagen und elektronische Geräte sichergestellt worden. Ein weiterer Durchsuchungsbeschluss für die Räumlichkeiten einer Rechtsanwaltskanzlei wurde laut Staatsanwaltschaft nicht vollstreckt, da gesuchte Beweismittel freiwillig herausgegeben wurden.

Stiftung wurde 2004 gegründet

Der Beschuldigte Arnold war Mitbegründer der Rudi-Kappés-Stiftung, einer 2004 gegründeten gemeinnützigen Stiftung des privaten Rechts. Deren Zweck war nach Behördenangaben die "Unterstützung geistig und körperlich behinderter und unverschuldet in Not geratener Menschen im Saarland". Arnold war ab Stiftungsgründung bis mindestens September 2017 im Vorstand der Stiftung, während seine Frau zumindest im Jahr 2015 ebenfalls Stiftungsvorstand und in die Stiftungsarbeit miteingebunden war.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.08.2019 berichtet.

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