Der Hochofen 4 der ROGESA Roheisengesellschaft Saar in Dillingen (Foto: dpa / Katja Sponholz)

Roheisenlieferung "deutlich beeinträchtigt"

Thomas Braun / mit Informationen von Yvonne Schleinhege   26.09.2018 | 08:13 Uhr

Zwei Vorfälle innerhalb weniger Wochen und die dadurch bedingte Abschaltung von Hochofen 4 haben bei der Dillinger Hütte offenbar zu massiven Produktionsausfällen geführt. Kundenaufträge mussten aber noch nicht zurückgestellt werden, teilte eine Sprecherin mit.

Die Roheisenlieferung für die Dillinger Hütte und Saarstahl sind nach Angaben einer Rogesa-Sprecherin derzeit "deutlich beeinträchtigt". Zahlen wollte sie aus Wettbewerbsgründen nicht nennen.

Genügend Puffer für drei Wochen

Man sei jedoch auf solche Situationen vorbereitet, heißt es auf SR-Anfrage. Daher gebe es genügend Puffer und entsprechende Lagerkapazitäten. Erst ein Stillstand des Hochofens von über drei Wochen könne dazu führen, dass Auswirkungen bei den Kunden zu spüren sind. Doch damit rechnet man in Dillingen nicht, schon jetzt werde wieder in sehr geringen Mengen Roheisen hergestellt.

In der Nacht zum vergangenen Donnerstag hatte es am Hochofen 4 in Dillingen einen erneuten Zwischenfall gegeben. Aktuell laufen die Instandsetzungsarbeiten. Dabei gehe es vor allem darum, den Abfluss der Schlacke zu verbessern.

Mögliche Ursache: Schwankungen bei Rohstoffen

Nach der Ursache der Störung wird nach Unternehmensangaben weiter gesucht. Möglich sei, dass Schwankungen bei den Rohstoffen eine Rolle gespielt haben. Am Donnerstag müssen sich die Geschäftsleitung, das Umweltministerium und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz bei einer öffentlichen Sondersitzung des Stadtrates Saarlouis erklären.

Weitere Informationen
Erneuter Zwischenfall in Dillinger Hütte [21.09.2018]
In der Dillinger Hütte hat es in der Nacht zum Donnerstag und am Freitagmorgen erneut Störungen an einem der Hochöfen gegeben. Ein explosionsartiger Knall schreckte zahlreiche Anwohner in der Nacht zum Donnerstag auf.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 26.09.2018 berichtet.

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