Pflegekräfte gehen einen Krankenhausflur entlang (Foto: IMAGO / Shotshop)

Krankenhäuser vor finanziellem Kollaps

Thomas Gerber   18.03.2022 | 15:07 Uhr

Der Corona-Rettungsschirm für die Krankenhäuser läuft am Samstag aus. Milliardenbeträge sind geflossen, die nun wegfallen. Die Krankenhäuser schlagen bundesweit Alarm - auch die betroffenen 15 Kliniken im Saarland. Die Saarländische Krankenhausgesellschaft SKG mahnt Hilfen an.

Rund 30 Millionen Euro bekamen die Krankenhäuser im Saarland allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres - gestaffelt über eine komplizierte Berechnungsmethode je nach behandelten Krankheitsbildern. Die 30 Millionen glichen in etwa das aus, was den Kliniken an Einnahmen wegen Corona entgangen ist.

Zwar mussten noch nie so viele Covid-Patienten stationär behandelt werden wie aktuell. Im Vergleich zur Vor-Coronazeit ist die Belegung aber trotzdem um rund ein Fünftel zurückgegangen. Viele Menschen scheuen derzeit offenbar einen Krankenhausaufenthalt, aufgrund der coronabedingten Engpässe beim Personal und der abgesagten planbaren OPs stehen Betten leer.

Keine klaren Aussagen vom Bund

Für den Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), Thomas Jakobs, ist klar, dass den Häusern nun dringend unter die Arme gegriffen werden müsse. Vom Bund aber habe es bisher nur eher wachsweiche Hinweise auf eine mögliche Anschlussregelung gegeben, so Jacobs. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sei wohl durchaus gewillt, Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) aber stelle sich offenbar quer.

Sollte aus Berlin nichts kommen, sieht Jakobs danach das Land in der Pflicht. Andernfalls schließt die Krankenhausgesellschaft nicht aus, dass einige Mitglieder ihre Versorgungsaufträge nicht mehr erfüllen können und aufgeben müssen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.03.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja